Müde und satt

Waage

Nicht gerade gemütlich, aber dafür sagt die Waage, ob das Normalgewicht erreicht ist. Und hinterher gibt es Milchreis.

Nong schaut skeptisch. Seine Mutter hat ihn in die Wiegehose der großen Waage gesteckt, die im Posyando, dem SOS-Sozialzentrum, in Margareipun steht.  Margareipun ist ein kleines Bergdorf, nicht weit vom SOS-Kinderdorf entfernt. Das Sozialzentrum ist in einem kleinen einfachen blauen Häuschen mit großer Terrasse untergebracht. Hier bekommen Familien Unterstützung, die in Not geraten sind. Das ist die Idee der SOS-Familienhilfe: Familien soweit unter die Arme zu greifen, dass sie wieder ein eigenständiges Leben führen können.

Hier auf Flores steht dabei immer wieder die Ernährung im Fokus. Nong, der täglich am Vormittag die Krabbelgruppe besucht,  wurde für stark untergewichtig befunden. Seine Familie wurde in das Programm aufgenommen und Nong wird nun zweimal die Woche gewogen.

Die Bevölkerung des kleinen Dorfes besteht hauptsächlich aus Bauern, aber wie in vielen anderen Regionen auf Flores, ist der Mangel an Wasser ein großes Problem. Als mir Nongs Mutter ihre Felder zeigt, sehe ich überall nur aufgesprungene Erde. Der Mais, den die Bauern angebaut haben, ist vertrocknet.

Nong hat das Wiegen überstanden und löffelt nun seinen Bubur, eine Art Milchreis, während er den Großen gespannt zuschaut. Seine Mutter unterhält sich mit Mitarbeitern der SOS-Familienstärkung über einen neuen Brunnen und über den Moringa, einen sehr nährstoffreichen Baum, der nahezu ohne Wasser sehr schnell wächst.

Zufrieden schläft Nong ein. Seine Mutter trägt ihn wenig später nach Hause.

Auch sie ist glücklich. Dank der Unterstützung der SOS-Kinderdörfer hat Nong heute zum ersten Mal sein Normalgewicht erreicht.

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