Schlange mit Stacheln

henry beim wandern

Schlange in Sicht? Zwar gibt es in der Nähe vom Kinderdorf Flores keine großen wilden Tiere, aber kleinere schon...

Was für eine Aussicht: Die Bucht von Maumere liegt mit ihren vielen Inseln unter uns. Eine steppenartige Landschaft, geprägt von Cashew- und Kokosnußbäumen. Ganz klein, als grüne Oase, sieht man das SOS-Kinderdorf Flores.

Erschöpft machen wir eine wohlverdiente Pause unter einem alleinstehenden Moringabaum und genießen die Landschaft. Wir sind dabei, den kleinen Berg, an dessen Fuß das SOS-Kinderdorf liegt, zu besteigen. Noch haben wir den halben Weg vor uns. Einige dürre Bäumchen wachsen zwischen den Felsen, die Sonne brennt. Nur eine kleine Quelle ergießt sich als grün umrandeter Bach in einiger Entfernung in Richtung Meer.

Die Kinder sehnen sich bereits nach einer Abkühlung. Entschlossen stehen einige der älteren Jungs auf und beginnen, sich einen Pfad durch das hüfthohe Gras zu bahnen. Vor großen wilden Tieren müssen sie sich in diesem Teil der Insel nicht fürchten – selbst die berüchtigten Komodowarane leben weit weg im Westen der Insel -, wohl aber vor kleineren wilden Tieren, sprich: Schlangen. Wegen des großen Vorkommens dieser Reptilien wurde Flores früher sogar “Schlangeninsel” genannt.

Ganz offensichtlich ist den Kindern mulmig zumute. Und tatsächlich: Plötzlich ertönt von rechts ein lautes Rascheln. “Ular, ular!”, rufen die Kinder. “Schlange, Schlange!” Alle schauen wir hin – und entdecken schließlich das Tier, das uns einen solchen Schrecken eingejagt hat: Durch das Gras schlängelt sich – nichts, sondern es läuft ein Landak, ein Stachelschwein daher. Auch für die Kinder ist dies kein alltäglicher Anblick. Aufgeregt zeigen sie auf das Tier mit seinen braunweißen Stacheln. Das ist dem Schwein nun doch zu viel und es verschwindet in einem Erdloch.

Auch wir setzen unsere Wanderung fort – um ein kleines Abenteuer reicher.

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