Solarstrom für die Bergdörfer

Bunker Roy mit Bewohnern eines Bergdorfes

Bunker Roy mit Bewohnern eines Bergdorfes

Vor einiger Zeit hatte ich das Glück, Bunker Roy, den Gründer des Barefoot-College, kennenzulernen! Das Barefoot-College ist eine Hilfsorganisation, die die Menschen stärkt, indem sie ihnen unter anderem zu mehr  Bildung, sauberem Wasser und elektrischem Strom verhilft. Bunker Roy ist ins SOS-Kinderdorf Flores gekommen, um mit der SOS-Familienstärkung und der indonesischen Regierung ein gemeinsames Projekt zu starten: Abgelegene Dörfer sollen per Solaranlagen mit Strom versorgt werden.

So begleitete ich Bunker Roy eines Morgens in die ausgewählten Bergdörfer. Der Weg ging über Straßen, die eher einem Steinbruch ähneln. In einem der Fortbildungszentren der SOS-Familienstärkung hatte sich das gesamt Dorf versammelt. Wir unterhielten uns mit den Leuten. Sie erzählten uns, dass sie ihren Unterhalt hauptsächlich mit Landwirtschaft verdienen, ihre Haupterzeugnisse sind Cassava, Mais, Tamarinden, Kandel- und Cashewnüsse, sowie gewobene Sarungs, die tradionelle Bekleidung. Die Erträge seien jedoch stark saisonabhängig.
Als wir nach den Problemen der Dörfer fragten, bekamen wir in diesem wie in den anderen Dörfern die gleiche Antwort:
“Pendidikan, Air dan Listrik“.
Erstens: Bildung. Selten kommen die Menschen hier über die sechste Klasse hinaus. Schulen sind zum einen zu weit entfernt und zum anderen ist das Schulgeld für viele unerschwinglich.
Zweitens: Wasser. Nicht alle Dörfer liegen nahe an Bächen oder Quellen, und das Grundwasser ist nahezu ungenießbar.
Drittens: Elektrizität. Ihre Häuser beleuchten die Menschen mit Pelitas, kleinen, aus Dosen gebastelten Petroleumlampen, ihre Handys schicken sie zum Aufladen per Motorroller in die Stadt.
Das soll sich nun ändern.

Infoveranstaltung über Solarstrom in der Kirche

Infoveranstaltung über Solarstrom in der Kirche

Die Dörfer werden Solarkollektoren zur Verfügung gestellt bekommen, die Bewohner sollen als Gegenleistung monatlich Geld sammeln, um nach fünf Jahren aus eigener Kraft die Akkus ersetzen zu können, die dann ausgedient haben werden. Außerdem sollen zwei ausgewählte Frauen aus ihren Reihen für ein halbes Jahr nach Indien gehen, um dort das nötige Knowhow zu erlernen, um die Anlangen in Stand halten zu können.

Die Dorfbewohner, sowohl Männer, als auch Frauen, erkannten schnell, dass sich ihnen hier eine Chance bietet und die Atmosphäre war wahrend der gesamten Versammlung fröhlich und produktiv. Nach einiger Zeit hatten wir geeignete Freiwillige, sowohl Mütter, als auch Großmütter, gefunden.
Es waren diese Frauen, die mich faszinierten. Sie hatten ihre Insel bisher nie verlassen, hatten nie eine Schule besucht und doch haben sie, als es drauf ankam, innerhalb kürzester Zeit den Entschluss gefasst, zum Wohle ihrer Dörfer für sechs Monate in eine fremde Welt zu gehen. Genau so ist das Projekt gemeint: dass die Menschen selbst mit ihrem Einsatz und ihrem Mut beispielhaft vorangehen und die Stärke zeigen, sich selbst zu helfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.