Abschied von Ostafrika – Teil 2

Kind in Djibouti

Kind in Djibouti

Dies ist also mein wirklich letzter Blog-Eintrag. Und hier möchte ich etwas erzählen, dass mir sehr wichtig ist. Denn, wenn ich es mir erlauben darf, Euch etwas mitzugeben, dann möchte ich von der Stärke der Menschen sprechen, mit denen wir arbeiten.

Ich habe viel Armut und tiefgehendes Leid gesehen. Aber die Bewohner Ostafrikas, die unter schwierigsten Bedingungen leben, sind so unendlich stark, wie ich es wohl nie sein könnte.
„Afrika“ wird oft als hilfsbedürftig dargestellt. Der erste Fehler in diesem Satz ist schon mal, dass es ein Afrika nicht gibt. Weiterlesen

Abschied von Ostafrika – Teil 1

Abschied von Ostafrika

Abschied von Ostafrika

Es ist also soweit. Dies ist das Ende meiner Zeit in Ostafrika und auch mein letzter, nein vorletzter Blog-Eintrag. Denn ich möchte in zwei Teilen von Euch Abschied nehmen, einmal persönlich, und dann möchte ich Euch einfach etwas mit auf dem Weg geben – falls ihr es denn hören wollt.

Es fällt mir nicht leicht, ein persönliches Resümee zu ziehen. In den sechs Monaten war ich in insgesamt neun Ländern: In Kenia, Uganda, Ruanda, Tansania, Äthiopien, ganz kurz im Senegal, in Somalia, und lasst uns auch Somaliland einfach als separates Land bezeichnen, und in Dschibuti. Weiterlesen

Schnipsen, Rufen, Zischen

Unsere Bloggerin beim Abendessen mit Freunden und Kollegen.

Ein Unterschied: In Afrika bezahlt immer der, der zum Abendessen einlädt. Getrennte Rechnungen wie in Europa werden als unhöflich wahrgenommen.

Egal, wo ich bin oder was ich gerade mache, es fallen mir immer noch die kleinen Unterschiede zwischen Afrika und Europa auf. Ich habe euch ja auch schon davon berichtet. Hier sind also noch ein paar Unterschiede:

Jemand sitzt in einer Bar oder einem Restaurant und ruft nach der Bedienung. In Äthiopien wird nach ihr geschnipst, in Kenia meistens laut gerufen und in Tansania macht man eigenartige Zischlaute. In Somaliland wird manchmal einfach nach „Ali“ gerufen, wenn die Bedienung gemeint ist – egal, ob die betreffende Person so heißt oder nicht. Ein somalischer Kollege erklärte mir, dass die Chance groß sei, mit Ali richtig zu liegen, da der Name so weit verbreitet sei. Weiterlesen

Regen, Schlamm und kein Feierabend

Dienstgänge und -reisen bedeuten oft lange Wege

Dienstgänge und -reisen bedeuten oft lange Wege

Die Arbeitskultur in Ostafrika und Deutschland unterscheidet sich sehr. Und auch in den verschiedenen Ländern Ostafrikas gibt es große Unterschiede. In Tansania zum Beispiel geht alles etwas gelassener zu, in Kenia dagegen oft sehr rasant. Trotzdem ist es auch nicht ganz falsch, wenn es heißt, dass die Afrikaner es mit Zeit oder Pünktlichkeit nicht so genau nehmen. Mittagspausen können tatsächlich schon mal zwei Stunden dauern, Treffen fangen verspätet an, weil nicht alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer pünktlich kommen, und ab und zu arbeitet man auch mal langsamer. Weiterlesen

Gleichberechtigte Partner

SOS-Mitarbeiter in Kakiri/ Uganda

SOS-Mitarbeiter in Kakiri/ Uganda

Ich mache mir sehr viele Gedanken über die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in Ostafrika, vor allem über die SOS-Familienhilfe oder Family Strengthening Programs, wie sie im Englischen genannt werden. Sie soll die Grundlage dafür schaffen, dass Kinder ihren Familienverband nicht verlieren. Es ist eine präventive Arbeit.

Ich habe schon einige Familienhilfe-Programme gesehen und versuche, generelle Muster zu erkennen. Weiterlesen

Umweltschutz im Kleinen und im Großen

Kinderdorf Kayonza in Ruanda

Kinderdorf Kayonza in Ruanda: Eigene Kühe liefern natürlichen Dünger für Gemüseanbau

„Wir warten auf den Regen. Er ist seit Jahren so unberechenbar, man weiß nicht, wann er kommt“. Diesen Satz habe ich in verschiedenen Ausführungen in den letzten Wochen überall gehört: In dem Dorf Byumba in Ruanda, in Mwanza in Tansania, in Nairobi, Kenia, und auch in der Stadt Kakiri in Uganda. Es schien, als ob jeder auf den Regen wartete. Als ich fragte, warum der Regen denn so spät kommt, war die Antwort in fast allen Fällen die gleiche: Die Zerstörung der Umwelt sei daran schuld, der Klimawandel und die Abholzung der Bäume. Weiterlesen

Dr. Abdullahi ist tot!

Dr. Abdullahi

Dr. Abdullahi

Heute muss ich Euch von einem sehr traurigen Ereignis berichten, das mich mehr mitnimmt, als ich dachte.
Könnt Ihr Euch noch an den Text „Helden“ erinnern, in dem ich von meinem Besuch in dem SOS-Medizinischen Zentrum in Mogadischu berichtet habe? Ich habe von Dr. Abdullahi Hussein erzählt, dem Leiter der Klinik.

Dr. Abdullahi Hussein, einer der Helden von SOS Somali, ist letzte Woche an einem Schlaganfall gestorben. Die Kolleginnen und Kollegen haben noch versucht, ihn aus Mogadischu zu evakuieren, um ihn in ein Krankenhaus in Nairobi zu bringen. Aber es war zu spät. Weiterlesen

Manche Antwort haben wir noch nicht gefunden – aber wir suchen danach!

Slum in Djibouti

Slum in Djibouti

Exit-Strategie – was ist das? Eine Exit-Strategie ist ein in der Entwicklungszusammenarbeit geläufiger Begriff, der besagt, dass die Unterstützung von Menschen, Projekten oder auch Ländern zeitlich begrenzt sein muss, um zu verhindern, dass eine Abhängigkeit entsteht. Das klingt sehr trocken, nicht wahr?

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Mary – eine kluge, starke Frau

Heute bin ich wieder guter Dinge – auch, weil ich euch so eine schöne Geschichte erzählen kann. Sie handelt von Mary , einer Witwe in Mwanza in Tansania, die von der SOS-Familienhilfe unterstützt wird. Mary hat sieben Kinder, ihr jüngster Sohn ist gerade drei Monate alt und einfach entzückend. Er ist quicklebendig, und auch die anderen Kinder sind voller Energie. Als sie uns sehen, wollen sie gleich mit den Sozialarbeitern der SOS-Kinderdörfer und mir spielen. Weiterlesen

Was ist Armut?

Dakar

Dakar

Der Präsident der SOS-Kinderdörfer, Helmut Kutin, hat vor kurzem die Region Ostafrika besucht. Bei einem Treffen im Regionalbüro forderte er uns mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf, uns weiterhin für die Kinder einzusetzen, deren Leben von Armut geprägt ist. Aber er sprach nicht nur von Armut im Sinne von geringem Einkommen, hoher Kindersterblichkeitsrate, Mangel an Obdach oder Nahrungsmitteln. Nein, er sagte: „Armut ist am schlimmsten, wenn ein Kind alleine und verlassen ist und niemanden hat, der sich sorgt und kümmert.“ Weiterlesen