Mit dem Taxi durch Nairobi

Taxifahrer in Nairobi

Taxifahrer in Nairobi

In Nairobi gibt es Unmengen von Taxis, man findet sie an jeder Straßenecke und zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wenn man kein eigenes Auto hat und es sich leisten kann, dann fährt man in Nairobi mit dem Taxi. Auch ich bewege mich hier zum Grossteil mit dem Taxi fort. Nicht nur, weil es einfach ist, sondern auch, weil man als Weiße und als Frau nach Einbruch der Dunkelheit in manchen Gegenden Nairobis nicht sehr sicher ist – aber das ist ein Thema für ein anderes Mal.
Ich fahre immer mit dem gleichen, inzwischen vertrauten Unternehmen, das ist sicherer und billiger.

Meine Fahrer heißen William, Robert, Isaac, Peter und Martin. Wenn man so oft zusammen im Taxi sitzt wie wir, und wenn man zudem viel zu oft im Stau steht, dann redet man natürlich über alles Mögliche. Was mir immer wieder auffällt, sind die kleinen, oft lustigen, aber auch teilweise nachdenklich machenden Unterschiede in der deutschen und der kenianischen Kultur. Recht oft wird über meine Lebensweise zu Hause in Deutschland geschmunzelt, weil die Wazungu – so werden die Weißen in Kenia genannt – an sich ein wenig verrückt sind. 

Das schönste Thema: Wazungu und ihre Haustiere! Ich muss gestehen, dass ich auch zu der Spezies gehöre, die ihren Hund ein wenig zu menschlich behandelt. Ich erzähle also von Paula, meiner Hündin – auch weil ich weiß, dass es meine Taxifahrer ungeheuer erheitert. Isaac hört mir gespannt zu, als ich erzähle, dass Paula zu Freunden und Bekannten zu Besuch mitkommt, in unserer Wohnung und nicht in einem Garten schläft, und das sie mir manchmal erlaubt, ihre Couch mit zu benutzen. Als ich dann noch sage, dass Paula sogar mit uns im Urlaub war, lacht Isaac laut los. Immerhin – meistens ernte ich nur verständnisloses Kopfschütteln. Und mal ganz ehrlich: Es klingt ja schon ein wenig verrückt, wie wir unsere Haustiere behandeln.

Ein anderes meiner Lieblingsthemen hat bei William, mit dem ich dieses Mal unterwegs war, einen derartigen Lachanfall ausgelöst, dass er fast von der Straße abgekommen wäre: die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland. Die Idee, dass es ein Gesetz gibt, dass den Menschen vorschreibt, sich zu versichern, kann William zunächst gar nicht begreifen, findet aber zunehmend Gefallen daran – vor allem im Vergleich zu der Situation in Kenia: William selbst führt zwar einen kleinen Teil seines Gehaltes für Krankenversicherungen an den Staat ab, aber der Staat übernimmt nicht alle Kosten. William ist sich nicht sicher, wo genau sein Geld hingeht. Viele Menschen, sagt er, können sich die Gebühren, die für Behandlungen und Medikamente anfallen, gar nicht leisten.

Sehr oft kommt auch das Thema Heirat und Kinder auf. Eindeutig für meinen Fahrer Martin: Mit 31 bin ich schon viel zu alt, um kinderlos zu sein, und das sollte sich doch bald ändern!  Fast alle meine Taxifahrer raten mir, mit der Familienplanung zu beginnen, sobald ich wieder in Deutschland bin.

Ich erwähne auch sehr gerne, dass ich frisch verheiratet bin und mein Mann in Deutschland ist. „Und er erlaubt das?“ ist die gängige Frage, die wiederum bei mir ein innerliches Schmunzeln auslöst. Ich versuche es dann mit ein paar Erklärungsansätzen: Dass die meisten Paare bei uns schon vor der Hochzeit zusammenleben und sich die Lebensumstände somit nicht gravierend ändern. Oder dass mein Mann versteht, dass mein Beruf diese Reise erfordert.

Die meisten Kenianer sehen das irgendwie ein, aber ganz nachvollziehen können sie es nicht, ich gebe mich da keiner Illusion hin. Aber so sind wir halt, wir Wazungu: ein verrücktes Volk!

2 Antworten auf Mit dem Taxi durch Nairobi

  1. Clineman sagt:

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  2. Miki sagt:

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