Regen in Nairobi

Solche Bilder sind in Kenias Regenzeit nicht selten

Solche Bilder sind in Kenias Regenzeit nicht selten

Regen in Nairobi ist ein Kapitel für sich. Eigentlich stimmen alle Kenianer darin überein, dass der Regen ein Segen ist. Und im Gegensatz zu vielen Europäern genießen sie es, wenn es regnet. Und dennoch haben die Nairobianer ein ambivalentes Verhältnis zum Regen, da er ihnen das Leben schwer zu machen scheint.
Der Strom ist schon wieder ausgefallen? Kein Wunder, es regnet ja!

Internet? Heute nicht, wegen des Regens. Das Satellitennetz fürs Fernsehen geht nicht, wenn es regnet, und das Handynetz ist auch zusammengebrochen. Vor die Haustüre zu gehen, ist auch gefährlich im Regen, weil die Autofahrer es angeblich nicht gewohnt sind, im Regen zu fahren und es deshalb zu vielen Unfällen kommt. Oder zu Staus! Mit hochgekrempelten Hosenbeinen, Plastiktüten auf den Köpfen und riesengroßen Regenschirmen laufen die Leute zwischen den Autos umher, um sich möglichst bald einen Weg ins Trockene zu bahnen.

Wie der Regen das alles anstellt, weiß ich nicht. Aber die Leute haben Recht: Es ist wirklich so! Als ich neulich nach der Arbeit im Regen nach Hause kam und das Stromnetz NICHT zusammengebrochen war, war ich völlig überrascht. Als ich dann noch problemlos ins Internet kam und sogar das Handy funktionierte, war ich fast schockiert!

Und dennoch beschwert sich kein Kenianer über den Regen. Er ist ein Segen für die Ernten und die Umwelt! Das Schönste, was ich bis jetzt gehört habe, war kurz vor Weihnachten. Ich saß in einem Taxi, der Regen wollte nicht aufhören und das Wasser stand bis über die Reifen. Es flossen kleinere und auch mal größere Bäche über die Straßen, und so langsam kam mir doch der Gedanke, dass das Wasser das alte Taxi eventuell wegspülen könnte. Während ich mir so meine Gedanken machte, meinte mein Taxifahrer, dass der Regen ein wunderbares Weihnachtsgeschenk sei. Ich wollte wissen, warum, und er sagte: „Wenn der Regen kommt, dann schwämmt er alles weg, was schlecht ist. Riech doch mal, wie frisch und sauber die Luft schon ist.“

Das ist ein sehr schöner Gedanke, und ich versuche daran festzuhalten, wenn ich als Europäerin mal wieder von den Regentagen genervt bin. Das klappt  auch ganz gut. Bis ich mal wieder im Regen nach Hause laufe und einen Abend lang im Dunkeln in der Wohnung sitze.

4 Antworten auf Regen in Nairobi

  1. Phearsdorf sagt:

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    Liebe Nikola,

    Deinen warmherzigen, engagierten Bericht finde ich sehr berührend – ich kenne das Gefühl ohnmächtiger Trauer, Wut und Hilflosigkeit angesichts von viel zu viel Armut nur zu genau. Bitte pass gut auf Dich auf! Dein Einsatz und der Einsatz von SOS machen einen Unterschied! Jede Begegnung zählt – auch wenn wir es vielleicht nicht gleich sehen können.

    Liebe Grüße

    Marieluise

  4. Ingrid Schierling sagt:

    Liebe Nikola,
    was du alles erlebst und erfährst während deines Afrika-Einsatzes ist sagenhaft – sowohl im positiven, als auch im negativen Sinn. Dein eh schon weites Blickfeld hat sich noch mal vergrößert und ich hoffe, du kannst alle Eindrücke gut verarbeiten, nicht dass dich manches zu sehr belastet!!!
    Allerdings glaube ich, dass es dich trotz aller wertvollen Erfahrungen langsam wieder heim nach Deutschland zieht, zu Philipp vor allem, zu deiner Mama, zu Paula.
    So hoffe ich, dass du in nicht allzu langer Zeit den „Absprung“ findest und einen Flug nach München!
    Es grüßen Dich aus dem immer noch unterkühlten Fichtelgebirge (Krokusse blühen schon!!) die 5 Schierlings

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