Aus eigener Tasche

Mutter und Kind im Kinderdorf Addis Abeba

Mutter und Kind im Kinderdorf Addis Abeba

Man kann nicht die Welt retten – und möchte es so gerne! Mit der Nationalen Direktorin von SOS Äthiopien unterhalte ich mich darüber, dass es nicht immer einfach ist, die nötigen finanziellen Mittel für neue Projekte zu erhalten. Der Bedarf übersteigt leider oft die Spendeneinnahmen. Vor zwei Jahren wollte SOS Äthiopien zum Beispiel die SOS-Familienhilfe in dem Ort Hawassa implementieren: Bedürftige Familien sollten gestärkt und in die Lage versetzt werden, sich angemessen um ihre Kinder zu kümmern. Man hatte die Hoffnung, dass das kanadische Entwicklungsministerium das neue Programm finanzieren würde. Die Kolleginnen und Kollegen in Äthiopien waren sehr zuversichtlich, die Projektplanung war weit fortgeschritten, aber leider kam es anders. Der öffentliche Geldgeber entschied sich gegen die Finanzierung des Projektes und SOS Äthiopien stand ohne finanzielle Mittel da. Es sah ganz so aus, als würden die Familien in Hawassa nun doch keine Hilfe bekommen.

Dann reifte eine Idee in den Köpfen meiner Kollegen, die die Nationale Direktorin in folgende Worte fasst: „Wenn man andere Menschen unterstützen möchte, muss man daheim anfangen!“ In der Praxis bedeutete dies, dass sich der Großteil der Mitarbeiter des Nationalbüros zusammenschloss und das Projekt aus eigener Tasche finanzierte. Es konnte nicht in der Größe wie geplant durchgeführt werden, aber es war ein Anfang. Es wurde beschlossen, dass alle Mitarbeiter, die es sich leisten können, einen gewissen Prozentsatz ihres Gehaltes für das Projekt hergeben. So kommen pro Jahr insgesamt fast 13.000 Euro zusammen! Ich finde das sehr beeindruckend, vor allem hinsichtlich der Tatsache, dass die Gehälter in Äthiopien nicht sehr hoch sind und die Mitarbeiter auf wirklich viel Geld verzichten. Man kann nicht die Welt retten? Vielleicht kann man es doch!

Eine Antwort auf Aus eigener Tasche

  1. Ching sagt:

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