Gefährliches Nairobi

Vor kurzem wurde einer der Taxifahrer, mit denen ich regelmäßig unterwegs bin, Opfer eines „carjacking“. In Nairobi gehört carjacking leider zum Alltag. Es bedeutet, dass ein Auto unter Androhung von Gewalt – in Nairobi meist mit Hilfe kleiner bis mittelgroßer Schusswaffen – gestohlen oder mitsamt des Fahrers oder der Fahrerin entführt wird, damit diese nicht die Polizei alarmieren.

Isaac, der Taxifahrer, dem dies passiert ist, hatte eine Kundin gegen 22 Uhr von ihrer Arbeit in den Eastlands Nairobis nach Hause bringen wollen. Sie waren schon bei der Wohnsiedlung der Dame angekommen und die Wachleute wollten eben das Tor öffnen, als zwei Männer mit Gewehren auf sie zu kamen und das Auto samt Isaac und der Kundin entführten.

Zum Glück ist die Geschichte relativ gut ausgegangen, weil Isaac und die Kundin noch am Leben sind und die Frau nicht vergewaltigt wurde. Es hätte also viel schlimmer kommen können.

Ich habe eigentlich keine Angst in Nairobi unterwegs zu sein. Man ist natürlich viel vorsichtiger. Ich gehe im Dunkeln nicht spazieren und halte es für keine gute Idee, nachts in ein unbekanntes Taxi zu steigen oder in eine abgelegen Gegend zu fahren. Die Polizeistatistiken beschreiben, dass die Kriminalitätsrate rückgängig ist und es immer weniger carjacking gibt. Meine Freunde und Kollegen stehen diesen Zahlen jedoch sehr skeptisch gegenüber. Genaue Angaben über die Kriminalität gibt es kaum.

Nairobi ist eine Stadt der Gegensätze. Wohlhabende Wohngegenden, teure Einkaufszentren, moderne Hochhäuser und noble Hotels und Banken stehen informellen Siedlungen oder Slums, in denen hunderttausende Menschen ohne Strom-, Wasser und sanitäre Anlagen in engen und unhygienischen Bedingungen leben, gegenüber. Die hohe Armut, die Arbeitslosigkeit und auch die Machtlosigkeit der Polizei werden oft als Hauptgründe für die vielen Einbrüche, Autodiebstähle, aber auch Vergewaltigungen und Entführungen genannt. 

Aus diesem Grund gibt es eine große Anzahl von Sicherheitsleuten und Wohnungen, die mit Mauern und Zäunen geschützt werden. Auch ich lebe in so einem „estate“, in dem immer drei Wachmänner Dienst haben und kontrollieren, wer die Mauer, die mit Stacheldraht abgesichert ist, passieren darf. Natürlich ist das gewöhnungsbedürftig, aber leider gibt es noch keine andere Lösung, so lange die Kriminalität in Nairobi so hoch ist.

2 Antworten auf Gefährliches Nairobi

  1. Leon sagt:

    Finde ich gut, dass hier staendig gepostet wird.

    • Tati sagt:

      Da hast du mal wieder einen nachdenkenswerten Text verfasst. Alle Achtung und vielen Dank!
      Die Welt verbessern? Ich denke ein erster Schritt muss sein zur zu Ruhe finden. Das ist nicht einfach, da dieser Weg immer mit der Angst verbunden ist, in der Stille und in der Ruhe der eigenen Wahrheit begegnen zu müssen. Wie man zur Ruhe kommt? Psychologische und körperliche Entspannungsmethoden gibt es viele. Kurse, die Wege zur Ruhe verheißen sind überfü llt. Ich bezweifle jedoch, dass man alleine durch Entspannungstechniken zur Ruhe kommt. In meinen Augen ist Ruhe das Ergebnis eines spirituellen Weges. Wer diesen Weg geht findet zu sich selbst, wird innerlich und körperlich ruhig, kommt in Einklang mit sich selbst und hört, sofern er gut hinhört, eine leise Stimme, die ihm sagt, welcher Weg zu gehen ist, dass die Welt ein Stück besser wird.
      Obwohl ich Christin bin orientiere ich mich gerne an Mahatma Ghandi. Der einzige Diktator auf Erden, den ich anerkenne, ist die leise Stimme in mir, soll er einmal gesagt haben. Ich denke, wenn man es schafft diese leise Stimme zu hören, kann diese uns sagen, was wir tun können, damit die Welt ein ein wenig schöner wird.
      Soweit meine These. Vielleicht liege ich auch ganz falsch. Also, ich hab auch kein Rezept wie die Welt besser wird. Einen schönen Hinweis, wie die Welt zu verbessern ist, liefert übrigens auch die Geschichte vom Sternenwerfer ganz zu Beginn deines Blogs
      Lieben Gruß Christa

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