Dschibuti – Neuland für SOS

Warum also bin ich in Dschibuti, dem kleinsten Land am Horn von Afrika? Die Antwort auf diese Frage bin ich euch noch schuldig.

Viele meiner Freunde und Bekannten haben schon gefragt, wo es eigentlich genau liegt. Dschibuti liegt am Golf von Aden und am Roten Meer und grenzt an Eritrea, Äthiopien und an Somaliland.

Es ist leider ein sehr armes Land: 42 Prozent der Menschen müssen mit weniger als 1,25 US Dollar pro Tag auskommen. Vor allem die ländliche Bevölkerung hat nur geringen Zugang zur Gesundheitsfürsorge, die Arbeitslosigkeit liegt bei über 40 Prozent und die Hälfte der Menschen kann weder lesen noch schreiben.

Das zukünftige Kinderdorf wird einen Zugang zum Meer haben

Das zukünftige Kinderdorf wird einen Zugang zum Meer haben

Zusammengenommen sind dies die Gründe, warum ich hier bin: Die SOS-Kinderdörfer wollen die Menschen hier unterstützen! Damit ist Dschibuti das 133te Land, in dem SOS tätig ist. In Kürze sollen in Tadjourah, der drittgrößten Stadt des Landes, ein SOS-Kinderdorf, ein SOS-Kindergarten und ein Gemeindespielplatz entstehen. Als dies wird durch die finanzielle Hilfe des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) möglich gemacht.

Wir haben die Situation vor Ort analysiert: Nach unseren Studien wachsen 11 Prozent der Kinder ohne Eltern auf oder werden nur unzureichend betreut. Für weitere 42 Prozent ist die Situation so prekär, dass sie aufgrund der extremen Armut und dem damit verbundenen Mangel an allem Lebensnotwendigen Gefahr laufen, ihre Eltern zu verlieren. Die SOS-Kinderdörfer haben sich zum Ziel gesetzt, zusammen mit der Regierung und der Bevölkerung einen Ausweg zu finden.

Auf diesem Grundstück wird das KD Tadjourah entstehen

Auf diesem Grundstück wird das KD Tadjourah entstehen

Auch in der Hauptstadt Dschibutis, im Armenviertel Balbala, planen wir ein Projekt. Wie viele Menschen genau hier leben, ist nicht bekannt, Schätzungen belaufen sich auf etwa 200.000 Einwohner. Sie alle leben ohne fließendes Wasser und Strom, ohne sanitäre Einrichtungen. Aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit haben viele Menschen nicht einmal das nötige Geld, um genug zu essen für sich und ihre Kinder zu kaufen.

Bevor wir mit unserer Arbeit loslegen, ist es wichtig zu analysieren, wie man die Menschen am besten unterstützen kann und was sie brauchen, um aus ihrer Situation herauszukommen. Die SOS-Kinderdörfer führen daher gerade eine Machbarkeitsstudie durch, um zu sehen, in welcher Art und Weise wir in Balbala am besten tätig werden können. Auch in Balbala werden wir glücklicherweise finanziell unterstützt. Wir haben den Verband Deutscher Reeder im Kampf gegen Armut und Arbeitslosigkeit für uns gewinnen können.

Um die Fortschritte beobachten zu können, bin ich hier. Und natürlich auch, um euch davon zu berichten.

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