Umweltschutz im Kleinen und im Großen

Kinderdorf Kayonza in Ruanda

Kinderdorf Kayonza in Ruanda: Eigene Kühe liefern natürlichen Dünger für Gemüseanbau

„Wir warten auf den Regen. Er ist seit Jahren so unberechenbar, man weiß nicht, wann er kommt“. Diesen Satz habe ich in verschiedenen Ausführungen in den letzten Wochen überall gehört: In dem Dorf Byumba in Ruanda, in Mwanza in Tansania, in Nairobi, Kenia, und auch in der Stadt Kakiri in Uganda. Es schien, als ob jeder auf den Regen wartete. Als ich fragte, warum der Regen denn so spät kommt, war die Antwort in fast allen Fällen die gleiche: Die Zerstörung der Umwelt sei daran schuld, der Klimawandel und die Abholzung der Bäume.

Die Prognosen von Umwelt- und Entwicklungsexperten zu den Auswirkungen des Klimawandels in Bezug auf Afrika sind tatsächlich beängstigend. Die Wasserversorgung alleine gibt Grund zur Sorge. Im Jahr 2020 werden bis zu 250 Millionen und im Jahr 2050 bis zu 600 Millionen Menschen in Afrika unter Wassermangel leiden.

Gemüseanbau im Kinderdorf Kigali/ Ruanda

Gemüseanbau im Ausbildungszentrum des Kinderdorfs Kigali/ Ruanda

Was dies für die Landwirtschaft, die Lebensmittelversorgung, die Gesundheit der Menschen und die Lebenserwartung bedeutet, will man sich gar nicht vorstellen. Allein Prognosen für die Landwirtschaft sind besorgniserregend: Man rechnet damit, dass die landwirtschaftliche Produktion in Teilen Afrikas bis zum Jahr 2020 um fünfzig Prozent zurückgeht. Die Ernährungssituation, vor allem für arme Menschen, wird dadurch immer unsicherer.

Auch die SOS-Kinderdörfer versuchen ihren Beitrag gegen Umweltzerstörung und Klimawandel zu leisten. Wir tun dies zum Beispiel mit den „SOS Green Projects“: Wir renovieren oder modernisieren die SOS-Kinderdörfer und nutzen dabei innovative Technologien aus Bereichen wie Photovoltaik, Müllentsorgung oder Wasseraufbereitung. Beispielsweise haben wir im SOS-Kinderdorf Mombasa in Kenia eine Photovoltaikanlage installiert. Es ist nicht nur die drittgrößte Anlage in Ostafrika, sondern sie ist auch an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.

Solaranlage im SOS-Kinderdorf Mombasa/ Kenia

Solaranlage im SOS-Kinderdorf Mombasa/ Kenia

Solche großen Projekte sind sehr wichtig, da sie einen erheblichen Einfluss auf den Energiekonsum haben. Aber es gibt auch viele kleine Projekte, die genauso bedeutend sind, da sie nicht nur die Umweltbelastung minimieren, sondern auch zu einem Umdenken in der Gesellschaft führen können. Oft sind es einzelne Kolleginnen und Kollegen, die den Anstoß dazu geben, aber auch die Familien selbst, die wir in Ostafrika unterstützen.

Zum Beispiel gibt es in vielen SOS-Kinderdörfern Baumschulen, die oft von den Kindern und Jugendlichen gepflegt werden. Neben dem Anbau von Bäumen und Pflanzen wird ihnen erklärt, wie sie ihre Umwelt schützen können. Bereits im Kindergarten geht das los mit den „Environmental Studies“. In den SOS-Schulen und -Ausbildungszentren wird Gemüse angebaut, das ohne Kunstdünger auskommt. In Ruanda nutzen die SOS-Kinderdörfer natürlichen Dünger, der von kinderdorf-eigenen Kühen stammt. Die Milch der Kühe wird von den Kindern des Dorfes getrunken und der Überschuss wird an die umliegenden Gemeinden verkauft.

Weitere umweltfreundliche Techniken gibt es in Form kleiner Solaranlagen, mit denen Wasser erhitzt wird. Und in Tansania sind Familien im Rahmen der SOS-Familienhilfe geschult worden, eigenständig energie- und umweltfreundliche Öfen herzugestellt. Die einfachen Lehmöfen werden zum Kochen benutzt. Aufgrund der speziellen Bauart kann der Energieverbrauch auf ein Zehntel im Vergleich zu den vorherigen Kochstellen minimiert werden. Die Familien nutzen die Öfen selbst und verkaufen sie weiter – und sorgen auf diese Weise selbst für ein Einkommen, mit dem sie ihre Kinder ernähren können.

Baumschule in Somaliland

Baumschule in Somaliland

Zusammengenommen können solche kleinen Beiträge große Wirkung zeigen. Denn in Afrika alleine haben wir 131 SOS-Kinderdörfer, 91 Jugendeinrichtungen, 127 Kindergärten, 111 Schulen, 31 Ausbildungszentren, 167 Familienhilfeprojekte und 55 Medizinische Einrichtungen. Wenn man also unsere Bemühungen im Bereich des Umweltschutzes mit der Anzahl unserer Einrichtungen multipliziert, dann kommt schon eine Menge zusammen!

Eine Antwort auf Umweltschutz im Kleinen und im Großen

  1. Niko Holmen sagt:

    Thank you for sharing. Not to many people in your position are so gracious. Your article was very poignant and understandable. It helped me to understand very clearly. Thank you for your help.

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