Beistand für SOS-Mütter

Paul Boyle, ein ehemaliger Schottischer Priester, lebt jetzt als Therapeut in Nairobi, Kenia. „Viele der Menschen, die helfen wollen, hätten früher eigentlich selbst Hilfe gebraucht“, so erklärt er mir die Motivation vieler SOS-Kinderdorf-Mütter in Kenia. Die SOS-Kinderdorfmütter durchlaufen eine breit gefächerte und intensive Ausbildung, bis sie Kinderdorfmutter werden können. Sie sollen schließlich bis zu zehn Kinder betreuen, Tag und Nacht. Ein Modul dieser Ausbildung sind Pauls „Trauma-Workshops“. „Wenn man mit traumatisierten Kindern zusammen ist, muss man mit seinen eigenen Traumata umgehen können.“

Mit mehr als 1.500 ostafrikanischen SOS-Müttern hat er in seinen Workshops gearbeitet. „Oft werden Sozialarbeiter überwältigt von den Problemen ihrer Schützlinge“, sagt Paul, „oder sie möchten vor ihren eigenen Traumata in die geschützte Welt des SOS-Kinderdorfs fliehen. Hier begegnen sie aber wieder ihrer Vergangenheit und ihre alten Wunden brechen auf. Ich versuche eine Atmosphäre zu schaffen, in der die künftigen SOS-Mütter ihre Vergangenheit aufarbeiten können, in dem sie lernen zu verzeihen.“

Paul ist beeindruckend, er ist ein sehr gläubiger Mensch. Ich war fasziniert von seiner Nähe zu Gott, wie er in seinem Glauben eine Antwort findet. Er ist eine Seele von Mensch und schon deshalb sehr gut für die SOS-Mütter.

1 Comment
  1. 4 Jahren ago
    Michael Vogler

    Die Beobachtung, die Paul hier zu den Sozialarbeitern macht, die überwältigt werden von den Problemen ihrer Schützlinge, trifft den Nagel genau auf den Kopf! Mich würde interessieren, wie Paul ist, wie er genau dazu kam und wie er es schafft, nicht so nieder-überwältigt zu werden, sondern noch er selbst zu bleiben. Welchen Rat kann er geben? Da muß doch ein Riesen-Know-How dahinterstehen, das mehr sein muß, als dieses einfach nur „auf-Jesus-vertrauen“ was man oft aus der katholischen Kirche hört!
    Liebe Grüße, Michael

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