AFRIKAS ZUKUNFT

Das junge Afrika – seine Menschen, seine Hoffnungen, seine Visionen – immer wieder beschäftigt mich dieses Thema auch in Diskussionen und auf Veranstaltungen. Schnell geht’s es dabei immer wieder um ähnliche Fragen: Was kann konkret getan werden, um der afrikanischen Jugend in ihren Heimatländern ausreichend Stabilität und Motivation zu geben, da zu bleiben. Und – welche langfristigen Strategien gibt es, Afrikas Strukturen vor allem wirtschaftlich zu stärken?john_kamau_85a1784

Ganz aktuell fällt mir dazu der sogenannte “Marshall-Plan“ mit Afrika von Entwicklungsminister Gerd Müller ein. Damit sollen die Gelder der Entwicklungshilfe gezielter eingesetzt werden. Insbesondere an Länder, die sich verlässlich an die Reform-Agenda der Afrikanischen Union halten. Also an Rechtsstaatlichkeit, Kampf gegen Korruption, Einhaltung der Menschenrechte, gute Regierungsführung. Dafür erhalten die Länder effektiv mehr Hilfe für den Ausbau der Infrastruktur und der Wirtschaft, womit sich auf Dauer dann auch der Lebensstandard der Menschen erhöhen kann und mögliche Fluchtursachen beseitigt werden.

Ein beeindruckendes Beispiel dafür liefert Ruanda: Noch vor 22 Jahren befand sich Ruanda mitten in einem schrecklichen Genozid, der unzählige Menschen in die Flucht auch bis nach Europa trieb. Mittlerweile ist es dem Land gelungen, seine Bevölkerung zu einem toleranten und weitgehend friedlichen Miteinander zu bewegen und so auch die Grundlagen für langfristige positive Entwicklungen in Bildung, Politik und Wirtschaft zu schaffen.  Von der internationalen Staatengemeinschaft erntet Ruanda dafür zum einen Anerkennung, aber eben auch konkrete wirtschaftliche Unterstützung: die Digitalisierung des Landes ist mit Hilfe internationaler Investitionsprogramme in vollem Gange. Damit entsteht für Ruanda die Basis, am weltweiten Netzwerk von Kommunikation und Wirtschaft in Zukunft als Partner teilhaben zu können.

So macht auch der Plan des deutschen Entwicklungsministers Hoffnung: für die Menschen in Afrika UND für die deutsche Wirtschaft. Denn – wenn der Plan funktioniert, könnte die Zahl vor allem der jungen Wirtschafts-Flüchtlinge erheblich zurückgehen. Und je weniger Menschen die afrikanischen Länder verlassen, umso mehr Menschen vor Ort können die Investitionen auch der deutschen Unternehmen umsetzen… Zuspruch dafür kommt auch aus der Politik: Begegnungs- und Gesprächsreisen nach Afrika wie die von Angela Merkel im November zeigen: Afrika wird immer stärker wahrgenommen und bekommt mehr Bedeutung auf der Prioritätenliste der deutschen – und auch der internationalen Politik.

iwacu-lab_smallMit der gesteigerten Aufmerksamkeit für die Strukturen und Zustände vor Ort in Afrika – ob durch offizielle Beobachter oder soziale Netzwerker – rücken auch viele der korrupten oder diktatorischen Regierungen in den Fokus der Weltpolitik und Wirtschaft. Und sie werden für ihre Entscheidungen, Handlungen und Nicht-Handlungen damit nun auch viel stärker zur Verantwortung gezogen.

Noch bis vor kurzem haben viele von denen jährlich tausende tote Flüchtlinge auf dem illegalen See-Weg nach Europa schweigend hingenommen. Jetzt aber – durch die erhöhte internationale Aufmerksamkeit – stehen sie auch stärker unter Beobachtung und müssen Stellung beziehen, Fragen beantworten: Warum fliehen die Menschen aus Staaten, in denen kein Krieg herrscht? Warum gibt es gerade für junge Menschen keine ausreichenden Perspektiven durch die eigene Regierung, insbesondere wenn ein Land weitgehend krisenfrei ist? Fragen, die sich nicht nur die internationale Gemeinschaft stellt, sondern auch die Menschen vor Ort. Insbesondere die Jugend fordert sich immer stärker ihr Recht auf Zukunft und Mitbestimmung ein – aktuelle Wahlen sprechen für sich. Korrupte Regierungschefs müssen gehen, jahrzehntelange Diktatoren werden überraschend abgewählt. Es tut sich viel. Und mit konkreten Plänen wie dem aus Deutschland gibt es auch berechtigte Hoffnungen für eine optimistischere Zukunft für die Jugend Afrikas.

Sind auch Sie der Meinung, dass junge Menschen eine Chance verdient haben? Die SOS-Kinderdörfer appellieren an Bundesregierung und deutsche Wirtschaft, einen Beschäftigungspakt für Jugendliche vor allem in sehr armen Staaten zu schließen – unterstützen auch Sie die Online-Petition und unterzeichnen Sie jetzt!

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