AFRIKATAG, 25.Mai 2014

Der 25. Mai 2014 ist der offizielle AFRIKATAG. Die Afrikanische Union (AU) vereint dafür den Kontinent seit 2012 mit einem allumfassenden Slogan: ICH BIN  AFRIKANER – ICH BIN DIE AFRIKANISCHE UNION!

 

Damit sollen die Afrikaner vor allem mehr Selbstbewußtsein bekommen –

  • ihr Schicksal in die eigene Hand zu nehmen
  • die Verbindung der Afrikanischen Union als stärkeres Band zwischen allen Afrikaner zu sehen
  • selbst der Antrieb für den Entwicklungserfolg auf dem Kontinent zu sein
  • die Afrikanische Union als die einzige offizielle große Verbindung auf dem Kontinent zu nutzen.

 

Für mich klingt das zwar groß, aber mein Leben ist zu weit weg vom Kontinent, um nachzuvollziehen, ob die Pläne der Afrikanischen Union wirklich so realisierbar sind und ob sie für die Afrikaner genauso bedeutsam sind. Vor allem frage ich mich, was halten Afrikas Kinder von solchen riesigen Slogans?

Also habe ich nachgefragt – 4 ehemalige SOS Kinder mit immer den gleichen 4 Fragen: 

  1. Was denkst Du über die Kampagne der Afrikanischen Union?
  2. Fühlst Du Dich mit der Vision der Afrikanischen Union verbunden?
  3. Was kannst Du dazu beitragen, damit der Kontinent Afrika von selbst erfolgreicher wird?
  4. Was bedeutet die Afrikanische Union als übergreifende Verbindung zwischen allen Afrikanern eigentlich für Dich?

 

Und hier sind die Antworten…..

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Für mich steht der Slogan der Afrikanischen Union ganz eindeutig für den afrikanischen Traum von einer besseren Zukunft für uns alle. Ich werde alles dafür tun, damit dieser Traum wahr werden kann! Das heißt für mich, hart dafür zu arbeiten, dass sich alles ein Stück weiterentwickelt: meine Familie, mein Dorf, meine Stadt, mein Land und am Ende natürlich auch mein Kontinent: AFRIKA! Ich bin davon überzeugt, dass wir unsere Individualitäten nicht von der Gemeinschaft trennen können und ich finde, es ist Zeit, dass Afrika sein Schicksal selber in die Hand nimmt. So lange wir die Verantwortung nach außen abgeben, wird unser Kontinent immer auf der Kippe zum Krieg stehen und so lange Menschen mit für uns negativen Absichten nach Afrika kommen, werden unsere Bodenschätze und Naturressourcen entsprechend ausgebeutet, ohne dass wir etwas davon haben.

Das wird erst aufhören, wenn wir Afrikaner unser eigenes Potential erkennen und begreifen, dass unser Glück gekoppelt ist an unsere eigene Produktivität, die uns wiederum in einen unabhängigen Reichtum führen kann und damit auch in ein gesundes, stärkeres und gebildeteres Afrika.

 

Die Afrikanische Einheit beginnt also immer – bei mir selbst…

Mit dieser Idee fühle ich mich absolut stark verbunden. Die Vision der Afrikanischen Union ist auch meine eigene: ein produktives und gleichzeitig unabhängiges Mitglied einer starken Gemeinschaft zu sein. Meiner Meinung nach müssen wir diese Vision einfach noch viel stärker verinnerlichen und vor allem den Einfluss der jüngeren – der Machergeneration – bestärken in der Frage, „was kann ICH selber für AFRIKA tun?!“. Wenn man die ganze Vision etwas größer macht, also von außen sieht, dann wird das sicher auch die Jüngeren bestärken, selbst etwas für den großen Traum zu tun, Afrika zu einem besseren Ort für die Zukunft zu machen!

 

Mein ganz persönlicher Erfolg ist, dass ich schon Einiges für Afrika tun und damit auch andere beeinflussen konnte. Ich habe im Westen studiert und konnte nach meiner Rückkehr nach Liberia als Dozent an der AME University vielen etwas von meinem Wissen weitergeben – Einflüsse, die für die Jungen von unschätzbarem Wert sind. Gleichzeitig arbeite ich für meine Regierung – in der Koordination der Afrika-Entwicklungshilfe-Budgets von der Weltbank und der EU.

Mein Ziel ist, eine Verbindung zwischen den Großspendern der Welt und den Menschen in Afrika zu schaffen und gegenseitig von dieser Partnerschaft wertschätzend zu profitieren.

Viel zu lange haben die gebenden Partner von außen den afrikanischen Traum mitbestimmt. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir in Afrika beginnen, unseren eigenen Traum zu träumen…

 

Die Afrikanische Union als übergreifendes Verbindungsglied für den ganzen Kontinent bedeutet für mich, dass wir uns in Afrika unseres eigenen Traums vor allem selbst bewusst werden. Die Afrikanische Union ist für mich wie ein starker Arm, der die Menschen unseres Kontinents zusammenbringt, um unsere gesamte Situation Schritt für Schritt zielgerichtet zu verbessern. Und ich bin sicher: Afrika wird es bald besser gehen!

 

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Für mich steht der Slogan I AM AFRICAN – I AM THE AFRICAN UNION dafür, dass die Gemeinschaft Afrikas in der Anstrengung jedes Einzelnen liegt, genau das möglich zu machen: Selbst Afrika und damit Teil dieser Gemeinschaft zu sein. Jede Entscheidung, die wir als Afrikaner machen, wird die Vision – eine Gemeinschaft zu sein – entsprechend beeinflussen. Also – wenn zum Beispiel jemand, der studiert und eine hervorragende Bildung genossen hat, ins Ausland geht – dann wird mit ihm ein Stück vom Ganzen in Afrika fehlen…..

 

Ich persönlich fühle mich auf jeden Fall mit der Idee und der Vision der Afrikanischen Union wirklich stark verbunden. Ich habe mich deshalb auch entschieden, zu meinen Wurzeln zurückzukehren und mein Wissen und meine Erfahrungen, die ich bisher gesammelt habe, in die Weiterentwicklung von Afrika mit einzubringen.  Natürlich hoffe ich, dass mein Schritt auch andere exzellent ausgebildete Afrikaner inspiriert, sich wieder ihren Heimatregionen stärker zu widmen. Und ich möchte vor allem jene unterstützen, die konstruktive  und positive Veränderungen in Afrika voranbringen wollen.

 

Der Kontinent hat so viele verschiedene Facetten zu bieten. Jedes einzelne Land hat seine eigenen Stärken und Schwächen. Ich glaube daran, dass man mit sinnvollen Kooperationen vor allem die Schwächen nach und nach eliminieren kann…  Genau für diese Idee steht ja auch die Afrikanische Einheit: eine gesamt-afrikanische Verbindung zu schaffen, die jedem einzelnen Land mehr Zusammenhalt, Reichtum und Sicherheit in sich bringen kann – als Teil einer solidarischen Gemeinschaft.

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Also – ich bin natürlich stolz, Afrikaner zu sein, aber der Slogan der Afrikanischen Union? Der sagt mir nicht besonders viel… Mein persönlicher Plan ist, anderen behinderten Menschen und auch Waisen zu helfen, ihren Weg zu finden und zu spüren, dass die Grenzen, die wir uns selbst setzen, einfach nur in unserem Kopf stattfinden.

Welches Ziel genau die Afrikanische Union hat, weiß ich allerdings nicht so richtig…

 

Wahrscheinich würde es helfen, wenn die Organisation näher an der Gesellschaft dran wäre, also direkt an den Bedürfnissen der Menschen. Der Einfluss einer Vision auf das alltägliche Leben muss da einfach noch stärker werden. Grundsätzlich finde ich aber gut, dass die Afrikanische Einheit sich zum Beispiel auch mit der EU in Verbindung setzt. Da spürt man schon eine Art stärkere Gemeinschaft.

 

Meine persönlichen Wünsche für Afrika? Frieden, genug sauberes Wasser, Essen, Gesundheit, Bildung. Ich möchte meine Fähigkeiten deshalb unbedingt für die Gesellschaft in verschiedenen Bereichen einsetzen. Momentan entwickle ich ein Projekt, in dem speziell blinde aber auch andere behinderte Menschen Afrikas zusammenkommen können. Ich bin selbst blind und meine Erfahrung war immer, dass mir nicht so viel zugemutet wird. Aber – ich bin das beste Beispiel, dass viel mehr möglich ist, als man denkt. Ich arbeite zum Beispiel schon lange selbstständig mit dem Computer, obwohl niemand dachte, dass das möglich wäre. Oder ich spiele Cricket! Hätte keiner gedacht, dass das geht. Und da sind noch so viele andere Bereiche, in denen ich mittlerweile super zurechtkomme, obwohl Blinde lange Zeit davon ausgenommen waren.

 

Wenn ich einfach nur genug von dem Wissen an andere Blinde oder anders behinderte Menschen in Afrika weitergeben kann, kann ich natürlich absolut etwas dazu beitragen, dass Afrika sich aus sich selbst heraus entwickeln kann. Und natürlich werde ich dafür alle Möglichkeiten und Kanäle nutzen, den Einfluss dafür stärker zu machen – auch über Social Media, Radio und Fernsehen.

 

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Der Slogan ICH BIN AFRIKANER – ICH BIN DIE AFRIKANISCHE EINHEIT wurde zum 50. Jahrestag der Afrikanischen Union geprägt und er steht vor allem für den großen Traum, alle Afrikaner miteinander zu verbinden und aus unserem Kontinent ein großes, erfolgreiches und glückliches Land zu machen, das alle Unterschiede und Gemeinsamkeiten miteinander vereinbart. Also steht der Slogan für mich auch für den Wunsch der Afrikanischen Union, alle Werte und Ziele der Afrikaner zu verbinden.

 

Allerdings ist die große Vision der Afrikanischen Union meiner Meinung nach noch weit entfernt von der Realität – also vom Alltag der Menschen – von so normalen Menschen wie mir selbst. Viele AU-Aktionen konzentrieren sich vor allem auf eine kleine wirtschaftliche und politische Elite in Afrika, aber auch in der ganzen Welt. So ist es ein bisschen traurig, dass teilweise mehr ausländische Organisationen sich um die Belange der Afrikaner kümmern, als es die Afrikanische Union tut. Klar – die Organisation hat auch schon viel Gutes getan, entwickelt sich Stück für Stück weiter und kümmert sich um die Menschen in Afrika. Speziell im Bereich Frieden und Sicherheit hat sich Einiges getan. Und man spürt auch, wie langsam immer mehr ganz normale Menschen – also die ganz normale Zivilgesellschaft – in die Prozesse derAfrikanischen Einheit involviert werden sollen.

 

Ich persönlich glaube, dass die Herausforderungen für die Entwicklung in Afrika viel größer sind. Manchmal kommt man da schon an die Grenzen der Hoffnung, wie alle Probleme gelöst werden sollen… Aber, dieser Kontinent hat so viele Talente, so viele Ressourcen, dass es auch wirklich viele Chancen hat. Ich hoffe, dass ich mit meinen Möglichkeiten ein bisschen dazu beitragen kann, sich diesen Herausforderungen zu stellen. Speziell im Kampf um ein besseres Leben für die Kinder und die Frauen unseres Kontinents.

 

Die afrikanische Gemeinschaft ist Teil der großen Weltfamilie mit eigener Kultur, Geschichte und großem Potential. Keiner lebt auf einer Insel und so ist auch Afrika aufgefordert, mit dem Rest der Welt in wirtschaftlicher, sozialer und sicherer Gemeinschaft zusammenzuleben. Die Afrikanische Union als Verbindungsglied der Afrikaner kann dabei eine der wichtigsten Repräsentanten unseres Kontinents gegenüber dem Rest der Welt sein. Und so genau so unseren Beitrag leisten zu den Themen, die die ganze Welt beschäftigen.

1 Comment
  1. 3 Jahren ago
    Dagmar Roters(Gisbertz)

    Hallo Jeanne, mein Sohn Philipp (SOG) hat mit den Tippe gegeben, deinen Blog zu besuchen, weil ich an der Schule seit Jahren das Kenia-Projekt betreue. Gerade dieser Artikel spricht mich an (die anderen auch, aber der hier passt zu dem, was wir mit der Stiftung Welt:Klasse auch versuchen .Hilfe zur Selbsthilfe für die kenianischen Macadamianuss-Bauern. Gerade ist ein Team vor Ort und lebt zwei Wochen lang mit den Familien im Dorf zusammen. Wenn es dich interessiert. Ihr Blog ist nachzulesen unter http://www.blog.weltklasse-xanten.de Passowort:thika105 Liebe Grüße und ich lese jetzt noch in deinem Blog weiter. Dagmar

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