EBOLA-EPIDEMIE IN WESTAFRIKA

Womit auch immer ich mich seit ein paar Wochen beschäftigen möchte, immer wieder bleibe ich an einem einzigen Thema hängen: die Ebola-Epidemie in Westafrika.

Jede Nachricht, jeder Artikel darüber, jede Mail und jedes Gespräch mit Freunden, Kollegen und der SOS-Familie aus diesem Gebiet reißt mich immer wieder aufs Neue aus dem Alltag. Was in dieser von Ebola betroffenen Region passiert, ist für mich einfach umso unvorstellbarer und vor allem schmerzhaft, da es ja gerade erst wenige Monate her ist, dass ich genau dort war und jeden Tag fröhliche, offene, begeisterte, aktive Menschen getroffen habe. Bilder und Berichte, die ich jetzt von Freunden und Kollegen vor Ort bekomme, brechen mir fast das Herz. Der Kontrast ist einfach zu heftig.

Menschen, für die das Zusammensein mit Freunden und Familie zum Alltagsglück gehört, müssen akzeptieren, dass sie nach Gesundheitsbefund getrennt werden. Nachbarn, mit denen man schon oft gemeinsam gekocht und gefeiert hat, sterben plötzlich und dürfen nicht mal beerdigt werden. Kinder, die das Bedürfnis nach Berührung und Umarmung haben, sind auf sich gestellt. Die wichtigste Anweisung in diesen 3 Ländern heißt: niemanden und nichts unnötig anfassen. Die Angst vor Ansteckung, der Schock über den tödlichen Virus verändert alles in Liberia, Sierra Leone und Guinea!

Das Wenige, was den Menschen in dieser Region bisher immer noch bleibt – Zusammenhalt, Nähe, die schützende Hilfe von Ärzten – ist bedroht.

Das wurde mir nochmals schlagartig klar, als ich jetzt eine Nachricht aus Monrovia bekam: Die SOS Klinik dort, die die letzten Monate rund um die Uhr für alle offen war und auf Hochtouren lief, musste vor ein paar Tagen vorübergehend schließen.  Eine Mitarbeiterin hatte sich mit dem Virus angesteckt und  ist vor kurzem gestorben.  klinikEin Schock: das Ebola-Virus kennt keine Grenzen, keinen Unterschied zwischen Helfern und Betroffenen.

Trotzdem kommen immer wieder neue Freiwillige, neue Hilfs-Sendungen aus aller Welt und es werden neue Sicherheitsmaßnahmen geschaffen, um weitermachen zu können im Kampf gegen Ebola.

 

Mit der Hilfe von Sozial- und Wohlfahrtsministerium, Weltgesundheitsorganisation (WHO) und CDC (Centers for Disease Contral & Prevention) bekam das SOS-Klinik-Personal in Monrovia vor ein paar Tagen  in überarbeiteten Schulungen Instruktionen für einen hoffentlich noch sichereren Umgang mit Patienten. Jetzt ist die SOS-Klinik wieder offen und versucht vor allem für die Patienten da zu sein – für die Menschen, die vor Ort kämpfen. Und damit den Westafrikanern zu zeigen: Wir wollen alles versuchen, wir lassen Euch nicht allein.

1 Comment
  1. 3 Jahren ago
    Renate Lehnort

    Ich bewundere jeden Menschen, der mithilft diese schreckliche Krankheit zu bekämpfen. Es ist die verdammte Pflicht der Pharmaindustrie und jedes Politikers sich für die Bekämpfung von Ebola einzusetzen.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.