GEMEINSAM GEGEN MALARIA

Vor kurzem erzählte mir eine Cousine aus Burundi, dass sie an einer Studie teilnimmt, in der es unter anderem darum gehen soll, Malaria besser in den Griff zu bekommen. Wie sie, war auch ich davon total begeistert. Malaria gehört leider ja immer noch zu den aggressivsten Krankheiten, von der über 3 Milliarden Menschen bedroht sind. Jährlich erkranken daran durchschnittlich 200 Millionen Menschen, 500 Tausend davon sterben.

Afrika kämpft besonders hart – mit dem Welt-Malaria-Tag wird seit den frühen 2000ern sowohl der Gefahren, der betroffenen Menschen, aber auch der Hoffnungen im Kampf gegen die Krankheit gedacht. Aufklärung, Prävention und Forschung sollen dabei helfen. Gerade wurde bekannt gegeben, dass die WHO 2018 in einem Pilotprojekt in Afrika einen neuen Impfstoff testen wird.

Und es gibt noch mehr erfolgversprechende Projekte. Zum Beispiel in Sao Tomé.Mit der Kampagne LET’S ALL DO AWAY WITH MALARIA setzt die Regierung dort schon seit 2004 auf konsequente Aufklärung und Prävention. Mit ganz konkreten Ergebnissen: die Zahl der Malariafälle ist um fast 70 Prozent zurückgegangen. Das ist wirklich beeindruckend – speziell in einem Land, das wie so viele andere afrikanische Staaten durch seine Lage, das Klima und die wirtschaftlichen Umstände durch Krankheiten wie Malaria extrem gefährdet ist. In der Kampagne werden regelmäßig Aufklärungen gestartet – in den großen Städten genauso wie in den entferntesten und kleinsten Winkeln des Landes.

In Sao Tome gibt es für alle Menschen ausreichend Mückennetze, Malariaprophylaxe und Einweisungen in die korrekte Anwendung von Anti-Malaria-Mücken-Sprays zum Beispiel auch für die Schlafplätze und Matratzen. Die Regierung von Sao Tomé hat sich fest vorgenommen, allen Menschen den Zugang zu allen Präventionsmöglichkeiten offen zu halten. Kostenlos. Ziel ist es, das Land bis 2026 komplett malariafrei zu bekommen.

Ob das wirklich realisierbar ist, hängt vor allem davon ab, wie genau sich die Menschen an die Maßnahmen halten werden. Gerade in den entlegeneren Gebieten geht es für viele vor allem um die alltäglichen Existenzsorgen. Wird jemand krank, kann er es sich oft gar nicht leisten, zum Arzt zu gehen. Die Armut schwächt extrem. Dazu kommen die klimatischen Bedingungen, von denen afrikanische Länder generell viel stärker betroffen sind: Trockenheit, Unwetter, Überschwemmungen.

Aber die Regierung von Sao Tomé will nicht aufgeben. Ihr Pilot-Programm im Kampf gegen Malaria sieht weiter vor, die Menschen kostenlos zu behandeln, zu unterstützen und immer wieder nachzufragen, wie die Maßnahmen greifen…

71464_JPG_smallAnders, als in den meisten anderen betroffenen afrikanischen Staaten, wie auch in Burundi. Die Studie, von der meine Cousine erzählte, analysiert zwar unter anderem auch die Malariasituation im Land, ist aber von einer Wirksamkeit wie in Sao Tome noch sehr weit entfernt. Das liegt vor allem auch daran, dass in Burundi nur alle 5 Jahre die Situation abgefragt wird.  In der Zwischenzeit bleiben die Menschen mit den Krankheiten wie auch der Malaria und mit ihrem Gesundheitszustand alleine.  Infektionen werden so viel zu spät erkannt und können dann oft nicht mehr behandelt werden. Von den Folgen sind besonders Frauen und Kinder betroffen. Die Zahl der Todesopfer ist seit der letzten Studie erheblich gestiegen – darunter vor allem Schwangere und Kinder unter 6 Jahren. Konkrete Programme, das zu ändern –wie in Sao Tome – fehlen häufig. Dabei bekommen die meisten Nationen regelmäßig zum Beispiel auch UN Gelder, die ganz speziell zur Verbesserung des Gesundheitssystems eingesetzt werden sollen. Aber – immer wieder verschwinden Summen einfach in anderen Projekten der einzelnen Regierungen und kommen nicht an den Stellen an, für die sie ursprünglich vorgesehen waren. Wären mehr Regierungen so entschlossen daran interessiert, wie Sao Tomé, ihre Bevölkerung wirklich zu schützen und langfristig zu unterstützen, dann hätten auch in Zukunft mehr Menschen eine ganz reelle Überlebenschance im Kampf gegen Krankheiten wie Malaria.

Die Forschung geht weiter, die Gelder sind da – was es braucht, sind sozial starke und wirklich zukunftsorientierte Regierungen. In Afrika wie auch in allen anderen Regionen der Welt, die immer wieder gegen Naturgewalten und Krankheiten kämpfen müssen.  So wie in Sao Tome….

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