GRUNDRECHT AUF SCHULBILDUNG

In Afrika muss das Grundrecht auf Schulbildung oft lebensbedrohlichen Umständen weichen wie Krankheiten, Kriegen, Krisen oder massiven Gefahren auf Schulwegen; Schulkinder in Kenia, die von der Polizei mit Tränengas angegriffen werden, weil sie gegen den Bau eines Hotel-Parkplatzes auf ihrem Schul-Spielplatz protestieren; über 200 Mädchen, die in Nigeria aus einem Internat von Terroristen entführt  und bis heute nicht gefunden wurden, oder Grundschüler, die in Berg- und Wüstengebieten 4 und mehr Stunden laufen müssen, bevor sie in ihren Klassenzimmern ankommen; ein Mädchen, das in Marokko 4 Stunden braucht, um in ihre Schule zu kommen, weil das die nächste zu ihrem Wohnort ist. Tanzgruppe aus dem SOS-Kinderdorf

Meldungen, die tief schockieren, auch im Jahr 2015. Dabei ist es das Jahr,  in dem die UN hoffte, über den Erfolg ihrer im Jahr 2000 beschlossenen 8 Millennium Entwicklungsziele (Millennium Development Goals  MDG) positive Bilanzen ziehen zu können.  Und da steht auf Punkt 2 der Liste: die Forderung nach Primärschulbildung für ALLE Kinder weltweit.

Die aktuellen Nachrichten und offiziellen Zahlen zeigen uns eben in aller Härte, wie weit wir in der Welt davon entfernt sind. Wie viel mehr Zeit, Kraft und Entwicklung wohl notwendig sind, um sich diesen Zielen wirklich anzunähern. Sie zeigen aber auch, wie wichtig es ist, dran zu bleiben. 

Für die Grundrechte aller Kinder:  damit jedes einzelne Kind die Chance bekommt,  zu lernen, zu wissen, zu wachsen; damit jedes einzelne Kind seine Fähigkeiten und Möglichkeiten entdecken und entwickeln kann; damit jedes einzelne Kind auf seinem eigenen Weg seinen besonderen Teil beitragen kann, unsere Welt immer noch ein Stückchen lebenswerter, glücklicher und wertvoller für uns alle gemeinsam zu machen.

Gute Nachrichten helfen dabei. Wie die aus Guinea:  nach über 6 Monaten Ebola-Krise konnten die Schulen dort jetzt endlich geöffnet werden. Liberia folgt damit in Kürze.  Und auch Sierra Leone wird hoffentlich die notwendige Entwarnung bekommen und bald nachziehen können…  

Für die Mädchen und Jungen in Guinea heißt das jetzt:  endlich wieder raus aus der Isolation, endlich wieder Strukturen finden, endlich wieder lernen dürfen. Mathematik, Schreiben, Lesen, Geschichte. Wenn auch nach all den schlimmen Erlebnissen, Verlusten, Traumatisierungen aus der Zeit mit Ebola viele erst mal wieder Kraft, Konzentration und Motivation finden müssen, sich überhaupt mit Schulthemen  zu beschäftigen.

Aber – die Aussicht, wieder in geregelten Abläufen zu lernen, treibt an. Gegen alle Widerstände – mit der Kraft dieses tiefen Wunsches im Herzen:

Hauptsache Schule!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.