SKATEPARK IN KIGALI BEGEISTERN GROßE+KLEINE

Heute ist Internationaler Geh-Skateboarden-Tag! Der 21. Juni ist der offizielle Feiertag aller Skater. Das Brett mit zwei Achsen und 4 Rollen bewegt weltweit Millionen Menschen durch die Straßen, die Freizeitparks, die Halfpipes. Kleine, Große, Jungs, Mädchen: Der Sport fasziniert vor allem wegen der coolen Kunststücke, die die Skater beim Fahren fabrizieren. Skatepark_1

Den Spaß, die Geschicklichkeit und die Freude dabei wollen sie natürlich gerne weitergeben und immer mehr Kids, Jugendliche und Erwachsene auf der Welt dafür begeistern. SKATE-AID ist eine der Skater-Organisationen, die sich vor allem dafür einsetzen, den Sport auch an Orten aufleben zu lassen, an denen man es eher nicht erwartet. Gerade letztes Jahr haben die Macher gemeinsam mit den SOS-Kinderdörfern weltweit einen Skatepark in Palästina eröffnet. Das war ein so großer Erfolg, dass es dieses Jahr gleich eine zweite Initiative gab.  Seit dem Frühjahr 2016 steht nun auch in Ruanda eine Skate-Anlage: Mit frisch betonierten Flächen, tollen Halfpipes, jeder Menge Brettern und begeisterten Jungs und auch Mädchen.

Der Nationaldirektor der SOS-Kinderdörfer Ruanda, Alfred Munyentwari war schon vor dem Start total begeistert und hat das Projekt mit ganzem Herzen Skatepark_3unterstützt. Von ihm wollte ich natürlich mehr erfahren, doch leider musste er unser verabredetes SKYPE-Interview wegen einer schweren Infektion absagen. Als er sich dann eine Woche später wieder meldete, klang er umso begeisterter. Alfred war schon immer bekannt und sehr beliebt für seine mitreißende und  herzliche Art.                            

Im Interview erzählte er mir, wie großartig er diese neue Einrichtung findet. Ein Skatepark in dieser Region ist eine absolute Ausnahme. Die Anlage ist für die Menschen vor Ort wie ein kleines Freizeitparadies,  an dem jeder ein Stückchen teilhaben möchte. Was vor allem die Kinder höchst motiviert: Hausaufgaben und sonstige Pflichten werden seit der Eröffnung so prompt erfüllt, wie noch nie. Nur, um so schnell wie möglich wieder auf die Bretter zu kommen. Und das gilt nicht nur für die Kinder, auch für die Erwachsenen. Der Skatepark ist nämlich für alle offen – für das SOS-Kinderdorf Kigali genauso wie für alle Menschen aus der Nachbarschaft.

 

Nach der Eröffnung ist ein Mitarbeiter von SKATE-AID extra da geblieben, um allen Interessierten Kurse und Tipps zu geben. So gab es bisher zum Alfred Munyentwari_ND_Rwuanda_Foto_Till Muellenmeister_68759_SMGlück auch keine nennenswerten Unfälle, von ein paar blauen Flecken, Abschürfungen und etwas Muskelkater abgesehen.

Alfreds Enthusiasmus während unserem Gespräch war auch für mich sehr inspirierend. Umso schockierender war die Nachricht, dass er kurz nach dem Interview wieder schwer krank wurde. Als ich davon hörte, wurde mir wieder bewusst, wie kostbar doch jeder Moment im Leben ist, wie wichtig es ist, jeden Impuls zu nutzen, um seine Ideen zu realisieren, seinem Herzen zu folgen. Nur eine Woche nach unserem Interview – am 16. Mai 2016 – starb Alfred. Sein Vermächtnis aber bleibt lebendig. Jetzt auch im Skatepark in Kigali Ruanda.

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