TAG DER BESEITIGUNG DER GEWALT GEGEN FRAUEN

Es gibt so viele verschiedene Arten von Gewalt gegen Frauen – politische, wirtschaftliche, aber auch häusliche und sexuelle Gewalt. Auch in Afrikas Konflikt- und Kriegsgebieten ist die Rate von Vergewaltigung und Missbrauch extrem hoch. Aber auch Übergriffe zu Hause oder an Arbeitsplätzen gehören leider zum Alltag vieler afrikanischer Frauen. Die Ursachen liegen oft in den sehr patriarchalisch geprägten Strukturen der Länder, in denen gesetzlich geschützte Rechte für Frauen meist gar nicht existieren.

Dazu kommt in einigen Ländern auch noch eine Form von kulturell geprägter Gewalt, die bereits ganz jungen Mädchen angetan wird: Beschneidungen. Das sind nicht nur sehr schmerzhafte, sondern auch lebenslang demütigende Eingriffe, die jedoch – mit Hinweis auf lange Traditionen – von der Gesellschaft oft verharmlost, legitimiert und akzeptiert werden.

Der Tag der Beseitigung der Gewalt gegen Frauen appelliert daran, diese Akzeptanz in Frage zu stellen, jegliche Form von Gewalt gegenüber Frauen sichtbar zu machen, konfrontierend hin – statt verdrängend weg – zu schauen. Und immer wieder dran zu bleiben und zu fragen, was kann getan werden, um aktiv vor Gewalt zu schützen.

In meinen Gesprächen mit afrikanischen Frauen vor Ort konnte ich viel darüber erfahren, dass es zum Thema sehr wohl bereits konkrete Maßnahmen und Entwicklungen gibt. Frauen nehmen stärkere Positionen in Politik und Handel ein. Beispiel Ruanda: hier sind bereits mehr als 50 Prozent der Abgeordneten weiblich. dschibuti_women

Frauen unterstützen sich stärker gegenseitig und arbeiten in Netzwerken miteinander. Beispiel Justiz: es existieren Gruppen von Rechtsanwältinnen, die zum Beispiel missbrauchten Frauen ihre Beratung und Hilfe kostenlos anbieten. Gewaltstraftäter werden durch Behörden nachdrücklicher verfolgt und bestraft Beispiel Rechtsprechung: es werden immer mehr Gesetze verfasst und verabschiedet, die Frauen einen stärkeren Schutz zusichern.

Fakt ist – es braucht zu allererst mehr Bewusstsein für die Wertschätzung der Frauen als absolut gleichwertigen Teil der Gesellschaft. Gerade auch in stark männlich geprägten Strukturen. Dominanzverhalten, Machtmissbrauch, Tradition als Gewaltlegitimation – all dem sollte immer ein wacher, respektvoller, moderner Geist entgegenstehen, in Afrika und in der ganzen Welt.

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