WASSERKNAPPHEIT IN AFRIKA

Am 22. März ist Welt-Wassertag – bereits seit 23 Jahren. Ursprünglich eine Idee der UN,  um die Aufmerksamkeit der Weltgemeinschaft immer wieder auch auf die kritischen Wasserthemen auf unserem Blauen Planeten zu lenken.  

An diesem Tag denke ich oft an meine Afrika-Vorträge in Schulen und an die überraschten Gesichter von den Kindern und Jugendlichen, wenn sie erfahren, dass es wirklich Länder gibt, in denen fließendes Wasser ein absoluter Mangel ist. Für die meisten hier in Europa einfach unvorstellbar.

Dabei werden die Gebiete mit bedrohten Wasserressourcen immer größer. Seit das Wetterphänomen El Nino weltweit immer stärkere Kreise zieht, häufen sich die Meldungen über Klima-Erwärmung, zunehmende Überschwemmungen, extreme Dürre und folgenschwere Miss-Ernten. SKenia_Marsabit2_Foto_M. Perupeziell auf dem afrikanischen Kontinent leiden die Menschen sehr unter den Auswirkungen der damit zusammenhängenden Umwelt-Veränderungen.

Manche Länder konnten zwar auch frühzeitig auf die drohenden Klimaeinflüsse reagieren, wie Südafrika und Ruanda. Die Hälfte der insgesamt 54 afrikanischen Länder kämpft aber bereits jetzt massiv mit den ungebremsten Folgen z.B. von El Nino. Äthiopien, Lesotho, Swasiland, Zimbabwe, Eritrea und Djibouti gehören dazu. Sie und viele andere ohnehin von Armut, Krankheit und vor allem Wasserknappheit gezeichnete Länder spüren die Auswirkungen einer globalen Erwärmung immer stärker.

Aus den SOS-Kinderdörfern in den betroffenen Gebieten erfahren wir aus erster Hand, wie schlimm es wirklich ist. Die Direktorin der SOS-Kinderdörfer in Swasiland, Dudu Dlamini, schrieb vor kurzem: „Wir haben keinen Damm und kein Reservoir mehr, das nicht ausgetrocknet ist. Wasser ist rationiert und sogar die Notversorgung durch Tankwagen wurde gestoppt. Die Menschen sitzen auf dem Trockenen.“

Vor Ort wissen sie wirklich nicht, wie es weitergehen soll, sind verzweifelt und hoffen auf Hilfe. Die bleibt allerdings weitgehend aus. Dafür nehmen mit den extrem heißen Sommern auch anhaltende Dürre und damit Missernten und Hunger zu. Die UN geht davon aus, dass bereits über 1 Million Kinder stark unterernährt sind. Einige von ihnen werden möglicherweise sogar vor Hunger sterben.

Die Menschen brauchen dringend Hilfe – von außen. Wasserversorgungsprojekte undtpa-picture-kl Finanzzuschüsse – die internationale Gemeinschaft muss aktiv werden, damit sich die Menschen in diesen Ländern nicht zu einer Nation von Almosenempfängern entwickeln muss, obwohl sie doch eigentlich auch für sich selbst sorgen könnten. Wenn das Überleben gesichert wäre. Zur richtigen Zeit!  Andernfalls werden wahrscheinlich auch die Menschen dieser vom Austrocknen bedrohten Länder versuchen, ihr Überleben woanders zu sichern.

Um damit verbundene vorhersehbare mögliche neue Flüchtlingsströme gen Westen frühzeitig effektiv zu verhindern, muss die internationale Gemeinschaft aktiv werden. Jetzt. Und das Wasser – trotz Klimawandel, El Nino und Dürre – auch in Afrika weiter zum Fließen bringen.

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