WATERs-GATE Afrika II

Ein Großteil der Menschen auf meinem Geburtskontinent kommt durch den harten Alltagskampf oft gar nicht dazu, sich ausführlich Gedanken über das Morgen zu machen.

Natürlich gibt es auch diejenigen, die ganz gezielt über die Zukunft nachdenken und nach Möglichkeiten und Wegen für eine Entwicklung nach vorn suchen. Die sogenannte „Macher-Generation“: Gut ausgebildete Leute zwischen 20 und Mitte 45 – mit Zielen, Ehrgeiz und Idealen. Eigentlich die perfekte Vor-Ort-Besetzung für ausländische Firmen, die ihr Geld und ihr Know-How in Afrika investieren. Sie kennen die Umstände in Afrika, stecken in den Strukturen und leben ihre afrikanische Mentalität selbst aus. Sie sind der Schlüssel, der perfekte Übersetzer zwischen ausländischen Investoren und afrikanischem Human Capital. Die Macher-Generation in Afrika könnte einen avisierten BreakEven schneller erreichen lassen, gleichzeitig selber davon profitieren und damit das Leben und die Wirtschaft in Afrika wirklich nach vorne und Veränderungen auf den Weg bringen. Diese Generation will lernen, in Zukunft eigene Lösungen für afrikanische Probleme  zu finden und damit ein vollwertig eigenständiges Mitglied in der Staatengemeinschaft der Welt zu werden.

Hilfe zur Selbsthilfe – darum geht es also. Hier beweisen einige Unternehmen  auch ihr soziales Engagement. Wirtschaftswissenschaftlich versteht sich von selbst: wer investiert, möchte irgendwann auch einen Gewinn erzielen. Das gilt sogar für einige Projekte der SOS-Kinderdörfer – wie für die Wasseraufbereitungsanlage von SOS-Kinderdorf Mombasa. Unterstützt durch Investitionen von deren Kooperationspartner, der Siemens-Stiftung, wird dort seit ein paar Jahren Imst Wasser produziert.

Mit Flaschenpreisen, die sich sogar die Einheimischen leisten können. ODer Gewinn fließt allerdings nicht zu den Investoren, sondern in die Weiterentwicklung der  Produktion und auch in die Infrastruktur vor Ort. Man spürt Entwicklung. Für Bildung, Kommunikation, Produktion. Das Ergebnis macht Hoffnung, dass das Prinzip Hilfe zur Selbsthilfe wirklich funktionieren kann.

Egal ob Afrika, Europa, Amerika, Asien oder Australien – Motivation funktioniert bei den meisten Menschen über die gleichen Werte: soziale und finanzielle Anerkennung, Erfolgsorientierung, Verständnis für persönliche Umstände, Bildungsangebote, persönlicher Respekt, integrative Teilhabe an der Gesamtstruktur.

Afrika ist auf seine Weise ein wirklich reicher Kontinent. Der Rest der Welt sollte diesen unumstößlichen Fakt gegenüber Afrika auch endlich offensiv und sichtbar anerkennen. So hätte der Kontinent eine große Chance, daran zu wachsen, an kollektivem Selbstbewusstsein zu gewinnen und seine eigenen Stärken entsprechend im Verbund mit den Industrienationen sinnvoll einzusetzen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.