Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Das Erdbeben in Nepal hat diese drei Mädchen zur Halbwaisen gemacht - sie haben allerdings noch ihre Großmutter.

Oma Bhagawati mit ihren drei Enkeltöchtern – Jameli (7, links), Nirmala (6, rechts), und Maya (4 Monate). Die drei Mädchen haben bei dem Erdbeben ihre Mutter verloren. Foto: Suzanne Lee

Kennen Sie den Film „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“? Ein wundervoller und gleichzeitig bis in die Knochen trauriger verfilmter Roman über Liebe, Leben und Tod. Der Titel hat mich sehr beeindruckt und seitdem springt er immer wieder in mein Bewusstsein, wenn die Welt so unglaublich unfair zu sein scheint. So ähnlich geht es mir heute, wenn ich über die Geschichte von Bhagawati und ihrer Familie lese… Warum passiert so was?

Die Geschichte von dieser nepalesischen Familie wird von der Oma erzählt – die 54-jährige Bhagawati, die viele Falten im Gesicht und viel Kummer im Herzen hat. Weiterlesen

Drei Monate nach dem Beben

Bishesh mit Ball

Der dreijähriger Bishesh hat das Erdbeben nur kanpp überlebt. Nach dem Tod seiner Mutter hat er nun ein neues Zuhause gefunden.

Ich kann es kaum fassen – es sind ganze drei Monate nach dem Erdbeben vergangen. Für mich ist die Routine wieder eingekehrt, aber für viele Nepalis ist jeder Tag immer noch ein neuer Kampf. Nun, was ist passiert in dieser Zeit? Gibt es was Positives zu berichten oder kommt tatsächlich kaum etwas voran? Ich verfolge die Nachrichten und jedes Mal spüre ich Enttäuschung. Es heißt, dass die Regierung viele Prozesse verlangsamt, dass z.B. bürokratische Hürden den Wiederaufbau aufhalten; dass kriminelle Banden die Situation ausnutzen und noch intensiveren Frauenhandel betreiben. Ist denn alles wirklich so hoffnungslos? Weiterlesen

Schwesterliebe

 

Die beiden Mädchen haben ihre Familien nach dem Erdbeben verloren.

Laxmi und Sneha sind unzertrennlich – nach der Tragödie, die sie durchleben mussten finden sie ein liebevolles Zuhause im SOS-Kinderdorf Sanothimi

Das Leben ist voller Überraschungen. Manche sind so grausam, dass da das Gefühl entsteht, man wird innerlich komplett ausgeraubt. Gestern war alles in Ordnung, heute bebt die Erde. Eine winzige Minute. Es reicht jedoch, um so viel Zerstörung zu säen.
Es gibt jedoch auch jene Überraschungen, die sich in den dunkelsten Zeiten ereignen und von heute auf morgen die seelische Wüste in einen blühenden Garten umwandeln. Vielleicht werde ich an dieser Stelle zu poetisch, aber im gestrigen Telefonat mit Josna, meiner SOS-Kollegin aus Nepal,  habe ich eine sehr rührende Geschichte erfahren, die meine emotionale Seite so sehr angesprochen hat. Weiterlesen

Das Leben nach dem Beben

Die vielen Erdrutschen sind für viele Bergdörfer eine große Gefahr.

Viele Leute verlassen ihre Bergdörfer wegen der zunehmenden Erdrutschen.

Die Wochen vergehen so schnell in Deutschland. Es gibt so viel zu tun im Büro, die Projekte werden mehr, es entstehen unterschiedliche Baustellen. Es ist eben ein ganz anderer Rhythmus als der, den ich in Nepal erlebt habe. Dort ging es um eins – direkte Hilfe, Kinder und Erwachsene treffen, ihre Ängste und Hoffnungen erfahren, die Facetten erspüren und für diese Erlebnisse die richtigen Worten finden. Jetzt kann ich es nicht mehr tun, aber ich frage mich täglich, was geschieht gerade in „meinem“ Nepal. Deshalb sind für mich jene Momente, an denen ich von meinen nepalesischen Kollegen Nachricht erhalte, ganz besonders. Weiterlesen

Die kulturellen Unterschiede

In Nepal werden oft keine Waschmaschinen benutzt.

Im SOS-Kinderdorf Sanothimi ist Freitag Waschtag.

Während meiner fünf Wochen in Nepal habe ich viele Seiten der nepalesischen Kultur entdeckt, die für einen Ausländer, der zum ersten Mal das Land besucht, ungewöhnlich erscheinen. Das sind kleine und große kulturelle Unterschiede, die das Eintauchen in die nepalesischen Realität sehr spannend machen und oft auch überraschen. Ich beginne mit einer kleinen Banalität – in Nepal benutzt man keine Waschmaschinen! Weiterlesen

Schulen in Gefahr!

Kleines Mädchen sitzt vor einer einsturzgefährdeten Schule in Bhaktapur
Viele Schulen in Nepal sind nicht zerstört, allerdings einsturzgefährdet

Es ist bereits einen Monat vergangen seit Nepal von Grund auf erschüttert wurde. Vier Wochen nach der schlimmen Erdbebenkatastrophe sind die Narben des Unglückes noch viel zu deutlich zu sehen. Für viele Menschen sind es sogar immer noch offene Wunden. Wäre das Erdbeben in Europa passiert, hätte man schon längst mit dem Wiederaufbau begonnen. Aber es war ausgerechnet Nepal – das gebirgige Land mit schwer erreichbaren Bergdörfern, mit armen Menschen und dazu mit dem bald eintretendem Monsun. Vier Wochen nach der Katastrophe werden die zahlreichen Facetten der Zerstörung noch deutlicher. Und eine weitere Auswirkung deutet sich bereits an – die Bildung in Nepal ist in Gefahr. Weiterlesen

Die halb zerstörten Leben

Das Erdbeben hat Teile von Kathmandu verwahrlost

Im Stadtteil von Kathmandu Sakhu sind 70 Prozent der Häuser zerstört

Eine große Katastrophe wie das Erdbeben vom 25. April bringt viel mehr Facetten der Zerstörung mit sich als man denkt. Auf der einen Seite sind all diese Menschen, die wirklich alles verloren haben. Sie haben kein Dach über den Kopf, kein Geld, nicht mal einen Topf, wo sie ein bisschen Reis kochen könnten… sie tragen ihre einzigen Kleider am Leib. Dann gibt es diejenigen, die um ihr Leben buchstäblich rennen mussten, diejenigen, die dem Tod ganz nah waren und mit kleinen oder großen Verletzungen entkommen sind. Sie sind schwer traumatisiert und geraten in Panik wenn sie eine unruhige oder laute Menschenmenge sehen – aus Angst, dass der Grund der Unruhe ein Beben sein könnte. Diese Menschen haben vielleicht noch intakte Häuser oder können bei Verwandten unterkommen, aber die enorme Furcht, ein Gebäude zu betreten, wird sie noch lange begleiten. Weiterlesen

Erste Nachricht aus Nepal

Der charismatische Nationaldirektor Shankar hat Jahrzehnte als SOS-Dorfleiter gearbeitet
Der Nationaldirektor Shankar arbeitet seit 35 Jahren für das Wohl der Kinder in Nepal

Es ist schon eine Woche her, seit ich zurück in Deutschland bin. Ich habe viel geschlafen aber habe das Gefühl, ich könnte noch Tage weiter schlafen. Die Müdigkeit sitzt tief. Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht die Nachrichten über Nepal verfolge. Und ich freue mich über jeden Tag, an dem kein weiteres großes Beben die Menschen und die Erde erschüttert. Ich wünsche den Nepalesen so sehr, dass das Nachbeben am 12.Mai das letzte war und die tiefsitzende Panik in den Menschen Stückchen für Stückchen verblasst. Dann erreicht mich heute eine Mail von Shankar, dem Nationaldirektor der SOS-Kinderdörfer Nepal, die mich sehr berührt und in Gedanken sofort wieder vor Ort sein lässt: Weiterlesen

Laxmi kann wieder lachen

Nur langsam und mit viel Geduld und Zuneigung können SOS-Mütter das Vertrauen neuer Kinder gewinnen

Die SOS-Mama von Laxmi gibt ihr gerade besonders viel Liebe und Zuneigung

Es sind einige Tage vergangen, seit Laxmi im SOS-Kinderdorf angekommen ist. Seit ich die Kleine beim Mittagessen sah geht sie mir nicht mehr aus dem Kopf… es ist ihr so etwas Schreckliches passiert… wie kann sie sich überhaupt auf ihr neues Zuhause einlassen? Wie einsam muss sie zwischen all den anderen Kindern sein, die spielen und toben? Weiterlesen

Zurück in Deutschland ist so fremd…

Der Blick auf Deutschland ist ungewohnt

Aus dem Flugzeugfenster sieht man geordnete Felder und idyllische Häuser

Wieder in Deutschland zu sein fühlt sich gerade irgendwie fremd an. Es ist mein Zuhause, aber meine Seele ist nicht angekommen. Ich sehe jetzt alles mit anderen Augen – als ob jemand da ein Filter eingebaut hätte.

Kurz vor der Landung erblicke ich durch das Flugzeugfenster die wunderschöne Landschaft um München herum – ein buntes Patchwork von tausenden gut gepflegten Feldern, dazwischen idyllische Häuser und gerade Straßen. Es ist alles sooo grün… und die Rapsfelder leuchten so schön… und es sieht so perfekt aus… so verdammt anders als Nepal gerade… Weiterlesen