Wieder ein Beben!

Hier wusste ich noch nicht, was am nächsten Tag passieren würde

Abschied nehmen von SOS-Kolleginnen Ujjala und Jostna

Ich bin baff… sitze am Flughafen in Istanbul und kann kaum beschreiben, was ich gerade fühle… es sind zu viele Emotionen, die mich durchschütteln.

Ich musste gestern Abschied nehmen. Von SOS-Nepal. Von den Kindern im SOS-Kinderdorf Sanothimi. Von den wunderbaren Menschen, die für SOS arbeiten. Von all jenen, die mir in letzter Zeit ans Herz gewachsen sind. Und von all jenen, deren Häuser in Trümmern liegen. Es ist schwer, zu gehen, wenn so viele da bleiben. Obdachlos, hungrig, verzweifelt. Ich weiß, dass ich viel getan habe und trotzdem fühle mich am Flughafen, in der riesigen Warteschlange von Europäern, wie eine Verräterin. Es tut weh und ich kann gegen dieses Gefühl nichts machen. Weiterlesen

Ich bin müde

Einst war hier das Zuhause vieler Hundert Menschen

Schutt und Geröll nach dem Erdbeben

Ich bin müde. Sehr sogar. Die unerschöpfliche Energie, die durch meine Adern geflossen ist, schwindet. Ich war angesteckt von meinen nepalesischen Kollegen, die unermüdlich arbeiten und jeden Tag noch mehr und mehr bedürftige Kinder erreichen. Aber es kommt der Moment, in dem der Körper mit dem Verstand einfach nicht mehr mithalten kann.  Weiterlesen

Familie in Gefahr!

Das Mädchen Chandita in der SOS-Nothilfe Kita

Das Mädchen Chandita in der SOS-Nothilfe Kita

Bei meinen Besuchen in den SOS-Nothilfe-Kitas sehe ich Hunderte von Kindern – manche fröhlicher als andere, manche nachdenklicher… ich beobachte gern die unterschiedlichen Kindergesichter bei ihren Tätigkeiten und ein oder zwei Kinder schaffen es immer, auf besondere Art meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Nicht weil sie niedlicher oder trauriger sind… es ist einfach so ein Bauchgefühl. Wenn es sich ergibt spiele ich mit den Kleinen, verbringe mehr Zeit mit ihnen und frage die SOS-Mitarbeiter nach ihrer Geschichte. Weiterlesen

Die längsten 15 Minuten meines Lebens

SOS-Mutter Indira, ihre Familie und ich

SOS-Mutter Indira, ihre SOS-Familie und ich

Mama Indira führt schon seit 18 Jahren den bedeutendsten Job der Welt aus: Sie ist Mutter im SOS-Kinderdorf Kavre und kümmert sich 24 Stunden am Tag um ihre zehn Kinder. 21 andere hat sie bereits großgezogen. Sie zeigt voller Stolz auf ihre Bilder an der Wand.

Ich treffe die 46-jährige Frau mit den tiefen, warmen Augen im Kinderdorf, als ich zurück vom SOS-Nothilfe-Camp in Karve komme. Ich habe immer noch die bleiernen Bilder der verletzten Kinder des Camps im Kopf und freue mich deshalb besonders, im wunderschönen, grünen Kinderdorf eine ruhige Minute zu finden. Weiterlesen

Meine kleine große Heldin

Sulochana, Rusha und ich

Sulochana, Rusha und ich

Ich habe gestern Rusha getroffen – eine mutige junge Frau, die mich total fasziniert hat. Ihr bescheidenes Auftreten ließ mich nicht ahnen, welche Geschichte sie hat….

Rusha ist die Tochter von Sulochana, die zur Zeit in unserer SOS-Nothilfe-Kita in Bhaktapur mitanpackt. Die fröhliche Frau ist nur vier Jahre älter als ich, hat aber bereits drei Töchter, die älteste von ihnen ist 19 Jahre alt. Ich zähle im Kopf und die Rechnung stimmt irgendwie nicht ganz. Weiterlesen

Ein schwerer Anfang

SOS-Kinderdörfer nehmen elternlose Kinder in Nepal auf

Laxmi vor ihrem zerstörten Elternhaus. – Foto: SOS Nepal

Heute Morgen, als ich im Büro war und an einem Artikel schrieb, weinte ein Kind so laut, dass mein nepalesischer Kollege Bipin und ich nicht wirklich weiter arbeiten konnten. Das Büro befindet sich auf dem Gelände des SOS-Kinderdorfs Sanothimi, deshalb höre ich jeden Tag, wie die Kinder hier spielen. Sie sind schon mal laut, aber Schreie habe ich bis heute noch nie gehört. Ich dachte: ‚Was ist denn los??? Warum schreit denn dieses Kind so schrecklich?‘, musste aber versuchen, mich weiter auf die Arbeit zu konzentrieren.

Mittags ging ich mit meinen Kollegen essen. Neben dem Kinderdorf sind keine Restaurants oder Imbissbuden, deshalb essen alle, die im Nationalen Büro arbeiten, gemeinsam hier im Dorf. Eine nette Didi – so nennt man hier die Wirtinnen – bereitet jeden Tag sehr leckere nepalesische Gerichte für uns zu. Weiterlesen

Zwei Jungen, zwei Schicksale

Lucky und seine Familie haben das Erdbeben unbeschadet überstanden

Lucky boy mit seiner Mutter und Schwester. Alle wohl auf. Foto: Zishaan Akbar Latif

Ich besuche heute die neue SOS-Nothilfe-Kita in Livale, Bhaktapur. Am Tag der Eröffnung – das war gestern – kamen dorthin über 200 Kinder! Das war eine ziemlich große Herausforderung für die SOS-Mitarbeiter, die mit ‚nur‘ 100 Kindern gerechnet hatten. Noch bevor ich das große Zelt betrete frage ich mich, ob ich nicht irgendwo in meiner Tasche ein Paar Tapax (Ohrstöpsel) hatte: Die Kleinen sind alles andere als ruhig an diesem Morgen! Ich ziehe mir die Schuhe aus und betrete das Spielparadies. Und zu meiner Überraschung wird es tatsächlich ein bisschen ruhiger als ich drin bin – die Kinder sind neugierig auf mich – eine Frau, die ja nicht so ganz hundertprozentig nepalesisch aussieht. Weiterlesen

Können Meetings Schicksale wenden?

SOS-Kinderdorf Leiter in Kita Projekt

Der Dorfleiter des SOS-Kinderdorfs Sanothimi besucht eines der Notfall-Kitas, die er initiiert hat – Foto: Zishaan Akbar Latif

In Nepal gibt es zehn SOS-Kinderdörfer, die über das ganze Land verteilt sind. Die meisten von ihnen haben seit dem Erdbeben Nothilfe Aktionen initiiert. Heute Morgen haben sich alle SOS-Dorfleiter der beteiligen Kinderdörfer getroffen. Der charismatische Nationale Direktor der SOS-Kinderdörfer Shankar eröffnete das Meeting mit den Worten: Bitte berichtet nur stichpunktartig über die Neuigkeiten. Wir haben keine Zeit, wir müssen alle “in the field”. Obwohl alle ihre Punkte extrem prägnant darstellen, dauert das Meeting über 2 Stunden. Hier kommen einige Neuigkeiten: Weiterlesen

Video aus Nothilfecamp Kavre

Im SOS-Nothilfecamp Kavre helfen täglich 15-20 SOS-Jugendliche aus dem nahen SOS-Kinderdorf. Die Hermann-Gmeiner-Schule, die gleich neben dem Dorf liegt, hat bis auf weiteres geschlossen. So wechseln sich die Jugendlichen ab. Sie haben Gruppen gebildet und arbeiten im Wechsel als Helfer täglich im Camp.

Das Camp Kavre befindet sich in einem Freizeitpark etwa vier Kilometer entfernt vom SOS-Kinderdorf. Hierher kommen die Menschen, die in den überfüllten Krankenhäusern nur noch ambulant behandelt werden können. Manche bleiben über Nacht in den Zelten, manche kommen nur zum Essen. Bis zu 200 Menschen versorgen die SOS-Kinderdörfer dort täglich.

Hier seht ihr eine kurze Aufnahme von mir im Camp.

 

Glück im Unglück

Famile in Sicherheit im SOS-Camp

Baby Christina und ihre Eltern vereint nach dem Beben – Foto: Zishaan Akbar Latif

Oft höre ich den Ausdruck – vor Gott sind alle gleich. Hier in Kathmandu kann ich eher sagen – vor der Macht der Natur sind alle gleich. Im Camp von Kavre sieht man es besonders deutlich – nur zwei Meter voneinander entfernt werden von SOS-Jugendlichen zwei Patientinnen liebevoll umsorgt. Die eine ist seit drei Monaten auf dieser Welt. Die andere stolze 105 Jahre. Die Geschichte der beiden Damen hat mich sehr berührt.

Baby Christina hatte das verheerende Erdbeben am letzten Samstag nur knapp überlebt. Weiterlesen