550 Bewerberinnen wollen Kinderdorf-Mutter in Griechenland werden

Wir haben 15 Grad heute in Athen und der Himmel ist blau, obwohl der größte Teil des Landes noch mit Schnee bedeckt ist. Nicht nur wegen des Wetters bin ich heute gut gelaunt, sondern auch, weil wir den Auswahl-Prozess für neue SOS-Kinderdorf-Mütter vorerst abgeschlossen haben. Die Mütter nehmen eine ganz entscheidende Rolle in den Kinderdörfern ein und es ist wichtig, dass wir nur die allerbesten Kandidatinnen auswählen, die die nötige Liebe, persönliche Reife und viele andere Fähigkeiten mitbringen!

Es wird euch nicht überraschen, dass wir in der aktuellen Krisensituation noch weitaus mehr Bewerbungen bekommen als üblich – obwohl der Beruf eine große Herausforderung ist. In den letzten Wochen habe ich mir deshalb 550 Lebensläufe angeschaut, ich habe 150 Bewerbungsgespräche geführt, 60 Frauen zu Kurzseminaren eingeladen und schließlich mit 20 von ihnen intensiv weitergearbeitet in Hinsicht auf ihre Biographie, Kommunikationsfähigkeit, Empathie, Selbstbewusstsein, Verantwortungsgefühl und, und, und. Zwölf von ihnen werden nun die Mütterausbildung absolvieren.

Eine SOS-Mutter mit Ihren Kindern in Athen

Eine SOS-Mutter mit Ihren Kindern in Athen

Unter ihnen ist Maria, die in den letzten 15 Jahren als Krankenschwester für eine private Klinik gearbeitet hat. Sie wurde gefeuert, weil das Direktorium entschieden hatte, dass es viel klüger ist, die alten Mitarbeiter gegen neue, junge zu ersetzen, die zwar nicht die Erfahrung haben, aber weniger kosten! Entsprechend frustriert war Maria, als die Rede auf ihren alten Arbeitgeber kam. Es verletzte sie ungeheuer, dass ihr gekündigt worden war, obwohl sie in all den Jahren gut gearbeitet hatte, es keinerlei Differenzen oder Schwierigkeiten gab. Tatsächlich hat die Klinik Maria nur die allerbesten Empfehlungsschreiben mitgegeben;  sowohl ihr Abteilungsleiter als auch der Geschäftsführer betonen, was für eine exzellente Mitarbeiterin sie sei!

Sind hier also alle verrückt geworden? Seit sich die Krise in Griechenland zugespitzt hat, sind mir viele solcher Fälle begegnet, die alle nach dem gleichen Muster funktionieren: Um den Betrieb irgendwie am Leben erhalten zu können, tauschen die Arbeitgeber teure erfahrene Mitarbeiter gegen billigere junge aus.

Wie ihr euch vorstellen könnt, ist es also nicht mehr der einzige Grund für eine Frau, sich um den Job einer SOS-Kinderdorf-Mutter zu bewerben, dass sie gerne mit Kindern arbeitet. Bei vielen Kandidatinnen kommt dies erst an zweiter oder sogar dritter Stelle. Zuallererst brauchen sie einen Job, um sich über Wasser zu halten.

Letztendlich werden es nur fünf oder sechs Kandidatinnen sein, die wir als Kinderdorf-Mutter einstellen. Ich hoffe, dass wir den anderen Frauen, die uns die Ehre erwiesen haben, an den Seminaren teilzunehmen, immerhin in irgendeiner Form Mut machen konnten und ihnen geholfen haben, andere Seiten ihrer eigenen Persönlichkeit wahrzunehmen, Fähigkeiten, die bisher vielleicht noch nicht im Fokus standen. Und ich hoffe, dass die Verbundenheit der Frauen untereinander gewachsen ist und sie sich gegenseitig stärken können – denn schließlich haben sie viel Zeit miteinander verbracht und viel von sich preisgegeben!

4 Antworten auf 550 Bewerberinnen wollen Kinderdorf-Mutter in Griechenland werden

  1. Susanne Gerber sagt:

    Ihr Blog gefällt mir sehr gut. Auf das SOS Kinderdorf bin ich durch einen Artikel in der Süddeutschen Zeitung im Februar aufmerksam geworden. Schon länger macht mich das Geschehen in ihrem Land sehr betroffen. Vielleicht kann ich ja durch eine kleine Spende konkret Ihrem Dorf helfen? Gibt es eine direkte Möglichkeit Ihnen Geld zu überweisen?

    • Fernando sagt:

      Mal sehen, wie das diese Woche so weitergeht. Kann mir nicht vetlrelson, dass das griechische Volk so schnell Ruhe geben wird. Bei uns we4re glaub ich die Hf6lle los, wenn wir so fremdbestimmt wfcrden. Hier rasten gewisse Leute ja schon aus, nur weil der Kalender ein ffcr sie besonders aggressionserzeugendes Datum anzeigt.

  2. Higuain sagt:

    hallo, jeder der schon mal in Afrika war, weiß wie Arm und Reich dort leben. Fahrre4der an die SOS-Kinderdf6rfer zu liefern, ist auf jeden Fall eine gute Idee. Apropos Fahrrad: Mit dem Bike durch Afrika ist ein ganz besonderes Abenteuer.

    • Antonio sagt:

      Hallo, liebe Fr. Priscah Wacera, liebe Kinder,vielen Dank ffcr eure Glfcckwfcnsche. Das habt toll gemacht, das Video von euch saicuehch mir bestimmt noch einigemale an.Ich wfcnsche euch allen viel Gesundheit, Spass und vorallem ein schf6nes friedliches Leben.liebe GrfcsseOlav

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