Bewährte Arbeitskräfte gegen billigere ersetzt!

Krise in Griechenland: Die dramatischen Einschnitte treffen Familien besonders hart!

Krise in Griechenland: Die dramatischen Einschnitte treffen Familien besonders hart!

Als wir in Griechenland mit der SOS-Familienstärkung anfingen, um notleidende Familien vor dem Auseinanderbrechen zu bewahren, war das für uns zunächst ein rein theoretisches Konzept. Aber bevor wir uns umsahen, verbreitete sich das Programm in einem unglaublichen Tempo.

Während wir zunächst vor allem Familien unterstützten, die aus sozialschwachen Schichten kamen und schon seit längerem Probleme hatten, änderte sich das aufgrund der Krise ziemlich bald. Die dramatischen Einschnitte, die die Bevölkerung vor allem durch das Memorandum von IWF und EU trafen, brachten plötzlich auch Familien ins Wanken, die bisher gut – oder sagen wir: einigermaßen okay über die Runden gekommen waren.

Zum Beispiel die Familie Papadopoulos. John, 55, und Mairy, 49, arbeiteten bislang in einer Fabrik. Jeder von ihnen verdiente etwa 800 Euro, nicht die Welt, aber das Geld reichte einigermaßen. Insgesamt sind die Papadopoulos zu Zehnt. Der Großvater gehört dazu, sowie die Kinder Nik (10), Marios (14) und Thanos (20). Jenny, die älteste Tochter, die letzte Woche 23 Jahre geworden ist, war bereits verheiratet und hat drei Kinder. Leider verlief ihre Ehe nicht besonders glücklich und das junge Paar trennte sich nach einigen Jahren wieder. Zunächst versuchte der Vater der Kinder seine Familie noch irgendwie zu unterstützen, aber er hatte nicht mal genug für sich selbst. Schließlich machte er sich aus dem Staub und Jenny zog mit ihren Kindern zurück zu ihren Eltern.

Wie wir das in Griechenland inzwischen leider nur allzu gut kennen, kündigte die Fabrik, bei der John und Mairy arbeiteten,  ihren langjährigen Angestellten, um jüngere, billigere einzustellen. Seitdem sind sämtliche potentiellen Geldverdiener der Familie arbeitslos, und in diesen Tagen einen neuen Job zu finden, ist, gelinde gesagt, ein Witz!

Die Papadopoulos bekommen vom Staat finanzielle Unterstützung von 300 Euro – alle zwei Monate. Meist kaufen sie in sogenannten „Sozial-Geschäften“ ein, bei denen sie Lebensmittel auf Kredit bekommen. Nun hat sich auch noch herausgestellt, dass zwei von Jennys Kindern Atemprobleme haben. Es ist wichtig, dass sie regelmäßig vom Arzt untersucht werden, Medikamente bekommen und sich gut ernähren. Um die Behandlung umsonst zu bekommen, müsste die Familie „Bedürftigen-Ausweise“ beantragen,  aber dafür bräuchte sie offizielle Fotos der Kinder, die 200 Euro (!) kosten würden. Natürlich haben sie das Geld nicht!

Die Papadoupoulos sind aktuell in das Programm der SOS-Familienhilfe aufgenommen worden, und wir tun alles, um sie zu unterstützen – psychologisch, medizinisch und mit Nahrungsmitteln.

Wir hoffen alle, dass die SOS-Kinderdörfer in Griechenland es weiterhin schaffen, diese dringend benötigte Unterstützung für Familien aufrecht zu halten.

Ich wünsche euch eine gute Woche!

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