Die Wahrheit zwischen den Lügen

Zwei Frauen packen Kartons mit Lebensmitteln für die SOS-Familienhilfe.

Endlich: Die Teams der SOS-Sozialzentren sind gefunden und können mit ihrer Arbeit beginnen.

Seit zwei Wochen habe ich das starke Gefühl, einen Meilenstein überschritten zu haben: Die aufwändigen Bewerbungsverfahren der vergangenen Monate sind fast abgeschlossen, die Teams für unsere SOS-Sozialzentren stehen. In Herakleion, Kalamata, Komotini, Thessaloniki und Alexandroupoli werden sehr bald erstklassig ausgebildete Leute in eines unserer zukunftsträchtigsten Programme einsteigen: die SOS-Familienhilfe. Ziel ist es, Kinder und Familien so zu stärken und zu unterstützen, dass sie ihr Leben wieder aus eigener Kraft meistern können.

Immer wieder waren sozial engagierte Menschen mit der Bitte auf die SOS-Kinderdörfer zugekommen,  unser Wissen gerade jetzt, in der Krise, einzusetzen, um die sozialen Strukturen zu stabilisieren und zu verhindern, dass Familien auseinanderbrechen. Zum Glück wurden wir von der „Stavros Niarchos Stiftung“ finanziell unterstützt, so dass wir in drei Monaten ein großes Netzwerk aufbauen konnten, dass nun vielen Familien in unterschiedlichen Städten hilft.

Für mich ist die SOS-Familienhilfe damit ein prägnantes Beispiel dafür, wie die Einwohner eines Landes in einer sinnvollen, kreativen und effektiven Art und Weise die Funktionen des Staates übernehmen, wenn dieser unfähig, nicht gewillt oder nicht an seinen Bürgern interessiert ist. Der private Sektor, zu dem die SOS-Kinderdörfer in Griechenland  gehören, unterstützt inzwischen seit vielen Jahren die Gesellschaft und ihre Familien. In einer Zeit, in der das öffentliche Sozial- und Wirtschaftssystem einen Kollaps erlebt und seinem Auftrag nicht mehr gerecht werden kann, sehen es die SOS-Kinderdörfer als ihre Verantwortung an, neue Strukturen und Netzwerke in ganz Griechenland aufzubauen. 

Und um es mal ganz klar zu sagen: Griechenland erlebt diese schlimmste soziale und ökonomische Krise seit dem Zweiten Weltkrieg nicht deshalb, weil wir Griechen faul sind oder zu viel Geld ausgeben, sondern weil wir in den letzten 40 Jahren immer wieder die Wahrheit zwischen den Lügen ignoriert haben…

Macht es gut…

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