Eben noch hatten wir ein gutes Leben…

Die eigene Familie ist für Kinder natürlich der beste Ort zum Aufwachsen. Die SOS-Sozialzentren unterstüzten in der Krise.

Die eigene Familie ist für Kinder natürlich der beste Ort zum Aufwachsen. Die SOS-Sozialzentren unterstüzten in der Krise.

Liebe Freunde,

Die Krise wird schlimmer und schlimmer und betrifft mittlerweile soziale Schichten, die bislang stabil waren. Auch die Kinder in den SOS-Kinderdörfern sind natürlich betroffen, aber der Unterschied zu anderen Familien ist, dass sich die Struktur, innerhalb derer sie sich befinden, nicht verändert.

Diese Kinder haben bereits traumatische Veränderungen hinter sich, sie alle haben die Trennung von ihren Eltern erlebt und arbeiten seitdem daran – auch mit Unterstützung ihrer neuen Familien und Therapeuten – körperlich und seelisch wieder an Stabilität zu gewinnen.  Sie haben erlebt, was es bedeutet, wenn einem der Boden unter den Füßen weggezogen wird, aber auch, wie es sich anfüllt, neuen Boden zu gewinnen,  eine sichere Basis, die von Liebe und Verständnis geprägt ist. Ihr glaubt, das sei Schönfärberei? Natürlich kann ein Kind an keinem besseren Ort aufwachsen, als der eigenen Familie, so sie denn gesund ist. Aber wir sind überzeugt, den Jungen und Mädchen im SOS-Kinderdorf ebenfalls ein gutes Zuhause bieten zu können, in dem sie geliebt und beschützt werden.

In vielen griechischen Familien sind diese essentiellen Bedingungen nicht mehr garantiert. Nehmen wir eine Familie wie die von George und Natasha,  mit einem stabilen Einkommen und einem gewissen Lebensstandard, zu dem auch die diversen Freizeitaktivitäten der beiden Kinder John (8 Jahre) und Maria (6 Jahre) zählen. George und Natasha hatten beide gehobene Posten in privaten Firmen, ihren Kindern bezahlten sie Sprachunterricht und Sportvereine. Und die monatlich 1.000 Euro, die sie für einen Kredit zurückzahlen mussten, waren auch zu bewältigen. Könnt ihr euch vorstellen, wie es ihnen ging, als plötzlich beide ihren Job verloren?

George und Natasha waren zermürbt, fanden keinen neuen Job, waren hilflos, begannen zu streiten. George schildert die Situation so: „Eben noch gehörten wir zu denjenigen, die ihre Unterstützung anboten, um anderen griechischen Familien zu helfen, und nun sind wir selbst ganz unten! Das Schlimmste: Ich habe absolut keine Idee, wie wir hier wieder rauskommen sollen.“ Natasha kann nachts nicht mehr schlafen, hat Panikattacken. Sie sagt: „Wir müssen irgendeinen Ausweg finden, allein schon wegen der Kinder.“ George und Natasha bekommen seit einiger Zeit Unterstützung vom SOS-Sozialzentrum. Wir versuchen, den Beiden dabei zu helfen,  ihre depressiven Stimmungen und psychischen Probleme zu überwinden. Und die Kinder? Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Kinder in solchen Fällen selbst als Retter sehen, die die Familie aus dem Elend befreien müssen. Das ist nicht sehr gesund, da sie dieser selbstauferlegten Verantwortung nie gerecht werden können. Auch hier versuchen wir, mit ihnen gemeinsam andere Wege zu gehen.

Die Frage ist nur: Wie viel kann ein Kind ertragen?

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