Nie möchte ich auf Vögel, Blumen und Bäume verzichten

Der achtsame Umgang mit der Natur ist etwas, mit dem alle Jungen Tsering Dolkar aus Indienund Mädchen in den SOS-Kinderdörfern aufwachsen. Die Dörfer haben ihre eigenen Gärten, und wir sprechen darüber, warum es zum Beispiel wichtig ist, sparsam mit Wasser oder Elektrizität umzugehen und was es für unsere Umwelt bedeutet, wenn wir dies nicht tun.

Blumen

Ein Blumenbusch mitten in der steinigen Landschaft – das ist für mich Schönheit.

Für mich persönlich ist die Natur eine große Kraftquelle. Ich liebe es, Vögel zu beobachten; es entspannt mich, durch die Landschaft zu schlendern und schöne Blumen zu betrachten, Keimlinge zu entdecken, die durchs Erdreich brechen und Bäume zu sehen, die Früchte tragen. So einfach und doch liegt eine tiefe Wahrheit darin.

Es macht mich traurig zu sehen, wie wir Menschen mit der Natur umgehen. Wir ignorieren nicht nur ihre Schönheit, sondern auch ihre Bedeutung für unser tägliches Leben. Wir suchen Komfort und Zufriedenheit in materiellen Dingen wie imposanten Häusern, elektrischen Geräten oder unseren neusten Einkaufs-Errungenschaften. Häuser, Fabriken, Geschäfte und Straßen haben den größten Teil des Landes eingenommen. Sie werden immer wichtiger für die Menschen, selbst für den Preis, dass wir bald keine frische Luft mehr zum Atmen haben, kein klares Wasser und keine noch so kleinen Spielorte für die Kinder. Wälder und Grünanlagen verschwinden. Weiterlesen

Wer ist SOS?

„SOS? Wer ist das?“ Diese Frage bekomme ich oft gestellt, wenn ich alsMiniPic_Helena Mitarbeiterin der SOS-Kinderdörfer zu den Menschen in Namibia gehe. Anfangs wusste ich nicht, wie ich antworten soll, inzwischen lächle ich meistens und sage: „SOS ist wie eine gute Mutter oder ein guter Vater für viele Kinder, die sonst völlig alleine wären.“

helena

In dem gleichen SOS-Zentrum, in dem Helena Nangombe und ihren Geschwistern früher geholfen wurde, arbeitet sie nun selbst als Koordinatorin der SOS-Familienstärkung. Hier tanzt sie bei einem Fest mit Müttern und Unterstützern.

Natürlich weiß ich, dass es eine Gemeinschaft braucht, um ein Kind großzuziehen. Dieses tief in den afrikanischen Wurzeln verankerte Wissen gilt auch heute noch, aber nicht immer wird diese Aufgabe von den Gemeinschaften verantwortungsvoll wahrgenommen. Manchmal sehen die Menschen zu, wie Kinder leiden, oder sie sehen weg, in der Hoffnung, andere kümmern sich.

Ich war gerade 19 Jahre alt, als ich meine Eltern verlor. Ich musste mich zusammenreißen, denn plötzlich war ich nicht nur Mutter meines 6 Monate alten Sohnes, sondern auch meiner beiden jüngeren Geschwister.  Ich wuchs mit der Herausforderung, versuchte, alles richtig zu machen, und doch: Ich war ständig am Kämpfen, um unser Überleben zu sichern – bis plötzlich Mitarbeiter der SOS-Kinderdörfer vor unserer Tür standen. Sie hörten mich an, nahmen mich ernst und erklärten mir, was sie tun und dass sie Familien wie der unseren helfen. Mir liefen Tränen über die Wangen. Weiterlesen

Ich kann nicht aufhören, diese Musik zu hören

Abeer Pamuk

Gastautorin Abeer Pamuk

Das Opernhaus in Damaskus – es existiert noch und es finden noch Konzerte statt. Die Menschen gehen immer noch dorthin und hören sich so wunderbare Musik wie die von Iyad Rimawi an. Im sechsten Jahr des Bürgerkriegs ist ihre Sehnsucht nach Schönheit, Freude, Kunst größer denn je!

Ich kann nicht aufhören, diese Musik zu hören. Und ich wünschte, alle Syrer hielten nichts anderes als Gitarren und Geigen in ihren Händen…

Abeer Pamuk, Mitarbeiterin der SOS-Kinderdörfer aus Syrien, lebt zur Zeit im Libanon. Zuvor hat sie in ihrem blog SOS aus Syrien eineinhalb Jahre lang über die Arbeit der SOS-Kinderdörfer in ihrer Heimat berichtet.

Jedes Kind zählt

Im Oktober 2012 wollte ich für die Kampagne „Zurück zur Schule“ derKaterina aus Mazedonien SOS-Kinderdörfer ein siebenjähriges Roma-Mädchen, Ira, fotografieren. Es ging darum, die Menschen für Bildungschancen für Kinder aus benachteiligten Familien zu sensibilisieren.

Iras Eltern freuten sich, einen Beitrag leisten zu können und Ira war stolz, mir ihre Schule zu zeigen, in der ich sie fotografieren wollte. Sie ging gerne dorthin und schwärmte von ihrer Lehrerin.

Schülerin

Jedes Kind hat ein Recht auf Bildung. Die Realität vieler Roma-Kinder sieht anders aus.

Dann kam der Schock. Die Lehrerin kam auf mich zu und flüsterte: „Wenn Sie ein Kind fotografieren wollen, dass wirklich eine Chance im Leben hat, … gibt es bessere Kinder.“ Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Ganz offensichtlich sprach sie von Kindern, die keine Roma waren. Schließlich sagte ich so ruhig wie möglich: „Ich möchte Ira fotografieren!“ Die Lehrerin antwortete: „Ist ja Ihr Schaden.“ Ira hatte von all dem nichts mitbekommen und strahlte die Lehrerin weiter an. Weiterlesen

Flüchtiger Glanz

Als ich sie sah, konnte ich nicht verstehen, wie ihr Gesicht so leuchten konnte,Autorenbild_Libertad_deutsch trotz aller Umstände und trotz der stillen Dunkelheit in ihrem Inneren, die mindestens genauso spürbar war.  Ihre Augen schienen Glanzlichter entfernter Horizonte zu sein, zugleich nah und doch weit weg, als träumte sie davon, noch in dieser Nacht aufzubrechen und neue Wege zu entdecken.

PuppenObwohl sie noch so jung war, zeugten ihre ausgestreckten Hände von den Spuren der Zeit und von den Spuren des Missbrauchs. Die Dämmerung zog auf und langsam wurde es schon kälter. Auf ihrem Weg durch die Straßen, entlang der Bars und Restaurants bat sie die Passanten schweigend um ein paar Münzen. Sie sah so jung dabei aus und genauso unschuldig wie sie es war. Es hatte nicht in ihrer Macht gelegen, ihr Schicksal abzuwenden.

Und wieder dieses Strahlen, dieses Lächeln – als sei da eine Kraft in ihr, die stärker war, als alle Qualen, alle Ungerechtigkeiten. Und ihre ausgestreckte Hand. Wie in einem Kinderspiel bat sie die Welt um ihre kleine Gabe. Irgendwann fiel ihr Blick auf mich, wir schauten uns an, sie kam auf mich zu und nahm meine Hand und hielt sie lange fest, als gäbe ihr die Berührung Schutz inmitten all der Menschen, die sie ignorierten. Ich hatte das Gefühl, dass ihr Schweigen um mehr bat, als ich ihr geben konnte.  Also blieb ich einfach stehen, mit ihrer Hand in meiner. Weiterlesen

Yoga – Therapie für Körper und Geist

Am 21. Juni dieses Jahres wurde zum zweiten Mal der Internationalen Tsering Dolkar aus IndienYoga-Tag gefeiert. Der indische Premierminister Narendra Modi hatte ihn 2014 ins Leben gerufen. In seiner Ansprache vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 27. September 2014 hatte er erklärt: “Yoga ist ein unschätzbares Geschenk aus der alten Tradition Indiens. Diese Tradition ist 5000 Jahre alt. Yoga steht für die Einheit von Körper und Geist. Denken und Handeln, Zurückhaltung und Erfüllung, Harmonie zwischen Mensch und Natur. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz für Gesundheit und Wohlbefinden.“

Yoga

Internationaler Yoga-Tag: Im SOS-Kinderdorf Rourkela praktizieren die Mütter und Kinder…

Narendra Modi hat Recht: Yoga hat nicht nur mit körperlichen Übungen zu tun, sondern unterstützt den Übenden dabei, zu einer harmonischen Einheit mit sich selbst und seiner Umgebung zu finden. Dadurch, dass es Bewusstsein schafft und uns wach macht für einen Lebensstil, der uns wirklich gut tut, kann es uns in vielerlei Hinsicht helfen: bei körperlichen und mentalen Problemen, bei Veränderungen oder in herausfordernden Lebensphasen. Weiterlesen

Flüchtlinge – ein Gewinn für unser Land!

Katerina aus MazedonienЗдраво!

Das bedeutet „Hallo!“ auf Mazedonisch, der Heimatsprache meines Landes. Ich heiße Katerina Ilievska und fühle mich sehr geehrt, ab heute zu den Autoren dieses blogs zu gehören – als erste Europäerin.

Ich habe lange hin und her überlegt, über was ich meinem ersten Beitrag schreiben sollte. Die Deadline war bereits dramatisch überschritten, als ich mich endlich entschied, meinem Bauchgefühl zu folgen und über ein Thema zu schreiben, dass euch in Deutschland genauso betrifft wie uns hier in Mazedonien: die Europäische Flüchtlingskrise.

Seit 2001 arbeite ich für die SOS-Kinderdörfer, seit 2015 bin ich als Korrespondentin und ehrenamtliche Helferin auch mit der Flüchtlingskrise beschäftigt. Der entscheidende Unterschied: Bislang kannten meine Kollegen und ich die Namen jedes einzelnen Kindes, das wir unterstützten – ob in den Kinderdörfern, den SOS-Jugendeinrichtungen oder den Familienstärkungsprogrammen.

Abdurrahman

Damit Abdurrahman in Sicherheit aufwachsen kann, ist die Familie aus Syrien geflohen.

Der Krieg und der Terror im Nahen Osten haben über eine Million Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Seitdem meine Kollegen und ich auf der Balkan-Route arbeiten, haben wir keine Chance mehr, all die Namen der Menschen zu lernen, die uns begegnen, es sind einfach zu viele. Aber natürlich hat jeder Einzelne von ihnen seine Geschichte. Einige möchte ich heute vorstellen, es sind Menschen, von denen einige vielleicht bald in Deutschland leben werden. Vielleicht interessiert es euch ja auch, wer da kommt. Weiterlesen

Ein Freund ist tot. Alfred Munyentwari war Leiter der SOS-Kinderdörfer in Ruanda.

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Alfred Munyentwari war 21 Jahre lang Nationaler Leiter der SOS-Kinderdörfer in Ruanda.

Ein Telefonanruf am Montagabend, die Sätze, die am anderen  Ende der Franklin-Autor_MiniPic-dtLeitung gesprochen werden, sind knapp, sie klingen fast schroff: „Bitte, stell mir keine Fragen, ich wollte dich nur wissen lassen, dass es vorbei ist. Er ist gestorben.“ Der Anrufer versucht, irgendwie die Kontrolle zu behalten, sein Schluchzen zu unterdrücken, dann ist er schon wieder weg. Weiterlesen

Leben ist Veränderung

Alles, was endet, hat einen Anfang, und alles, was anfängt, hat ein Ende. Tsering Dolkar aus IndienAls Buddhistin ist für mich die Philosophie der Unbeständigkeit wesentlich: Leben IST Veränderung.

Und dann kam dieser Tag, der so extreme Veränderungen auf einmal mitbrachte: Es war früh am Morgen und ich wollte mich gerade auf den Weg zum Büro machen, als ich die Nachricht bekam: Tanu, eine meiner Kolleginnen und eine gute Freundin, war Mutter geworden! Erst einen Tag zuvor hatte sie zu arbeiten aufgehört und nun hatte sie einem wunderschönen, gesunden Jungen auf die Welt gebracht. Die Geburt war unkompliziert verlaufen und Mutter und Kind waren wohlauf. Wir freuten uns alle sehr und planten unseren Antrittsbesuch, als uns eine weitere Nachricht erreichte: Satish Kumar, einer meiner ältesten Kollegen und ebenfalls ein enger Freund, war an diesem Morgen überraschend gestorben. Weiterlesen

Die Kinder dürfen nicht den Preis zahlen!

Zu den größten Herausforderungen unserer Arbeit gehört es, das DenkenAutorenbild_Libertad_deutsch der Menschen zu verändern, das stelle ich immer wieder fest. “Sicher”, sagen die Leute, “man müsste viel mehr tun für Kinder, die vernachlässigt werden oder in Not geraten.” Aber oft bleibt es dann bei dem guten Vorsatz.

In den letzten Monaten habe ich anderes erlebt: Menschen, die auf die Straße gingen und sich aktiv für gefährdete Kinder einsetzten. Ich glaube, dass sie gespürt haben, dass es hier nicht nur um die Rechte der Kinder, sondern um die Menschheit an sich geht. Denn es sagt eine Menge über unseren Entwicklungsstand aus, wie wir mit den Schwächsten in unserer Gesellschaft umgehen. Weiterlesen