Hoffnung im Kleinformat

Alasita

Auf den Straßen von La Paz kann sich beim Alasita-Fest jeder alles leisten. Innerhalb eines Jahres sollen die Träume wahr werden.

Es ist später Nachmittag und Sonia wartet darauf, dass sie endlich Autorenbild_Libertad_deutschan der Reihe ist. Die alte Dame schwört auf Traditionen, in ihren Händen hält sie ihre Reichtümer: Ihr Haus, ihr Auto, ihre Koffer, ihren Reisepass, ihre Euros, ihre Dollar und ihr bolivianisches Geld. Sie hält all die Gegenstände mit zwei Händen fest. Mit viel  Räuchernebel wird es gesegnet.

So wie Sonia sind an diesem Tag Ende Januar Hunderte von Leuten unterwegs und kaufen in den Straßen von La Paz und vor allem auf der Messe „Alasita“ (auf Deutsch: „Kauf mich!“) alles, was sie anzieht. Das Schöne: Hier kann sich jeder alles leisten, ganz nach seinen Träumen und Wünschen: eine Villa, einen Swimmingpool, einen Haufen Geld…  Denn es werden ausschließlich Miniaturen verkauft. Bereits Monate vor dem Festtag beginnen die Handwerker damit, sie herzustellen. Laut Tradition wird alles, was an diesem Tag im Kleinformat gekauft und gesegnet wird, im Laufe des Jahres wahr. Weiterlesen

Karneval in Brasilien: Nicht auf Kosten der Kinder feiern

Der brasilianische Karneval, der in diesem Jahr  vom 25. bis zum 28.Februar Rodrigo_MiniPicgefeiert wird, ist definitiv eines der größten und wichtigsten Feste unseres Landes. Seine Ursprünge gehen zurück auf die Zeit der Kolonialisierung, im 19. Jahrhundert wurde der Karneval dann immer populärer.

Karneval Brasilien

Ein typisches Kostüm aus Pernambuco im Nordosten Brasiliens.

Der Karneval gibt ein prunkvolles Bild ab: In den phantasievollen Vorstellungen und Samba-Tänzen zeigt sich unser Land, es werden die unterschiedlichen Traditionen und Bräuche sichtbar. Die Festivitäten, bei denen die Menschen im ganzen Land auf die Straße gehen, verbinden Arm und Reich. Es wird ausgelassen gefeiert, eine Pause vom Alltag genommen und humorvoll und kreativ gegen Vorurteile, Diskriminierung oder für bessere Lebensbedingungen protestiert. Weiterlesen

Die erste Ärztin aus Ondangwa

Kristina und ihre Schwester verloren ihre Eltern so früh, dass sie sich kaumMiniPic_Helena an sie erinnern. Die beiden wuchsen in der Obhut von Familienmitgliedern ihrer Mutter auf. Wie über 40 Prozent der Menschen in der Oshikoto-Region im Norden Namibias gilt die Familie als arm. Schon alle Familienmitglieder zu ernähren, war eine Herausforderung, aber auch noch die Schule, den Schulbus und die Bücher für die beiden Waisenkinder zu bezahlen, unmöglich.

Seit 2009 wurden Kristina und ihre Schwester Lydia von der SOS-Familienstärkung unterstützt. Der Gedanke dahinter: Menschen auf eine Art zu helfen, die sie irgendwann unabhängig von der Hilfe macht und die letztendlich einer ganzen Region zu Gute kommt.

Kristinas Geschichte zeigt, wie gut dies funktionieren kann: Die SOS-Familienstärkung zahlte ihr das Schulgeld, die Uniform, Bücher, kaufte Decken und unterstützte sie mit Lebensmitteln. Kristina war glücklich, zur Schule gehen zu dürfen – und kam mit den besten Noten nach Hause. Ihre 12. Klasse, die sie an der Gabriel Taapopi Secondary School in der Oshana Region absolvierte, schloss sie 2013 mit fantastischen 38 Punkten ab. Sie hätte weiter gehen wollen, aber ihr fehlten die Ausweispapiere. So musste sie ungewollt eine Pause einlegen. Weiterlesen

Nichts mehr wert!

Um die Korruption zu bekämpfen, greift der indische Premierminister Modi zu einer überraschenden Maßnahme. Über Nacht wird die Währung reformiert.

Als Narendra Modi, der indische Premierminister, am 8. November Tsering Dolkar aus Indienabends um acht seine Rede hielt, ging eine Schockwelle durchs Land. Die Ansprache wurde live im Fernsehen übertragen. Modi holte zu einem großen Schlag gegen den Schwarzmarkt und terroristische Aktivitäten in unserem Land aus. Er traf dazu eine drastische, für alle überraschende Entscheidung: Der Premierminister erklärte die großen indischen Geldnoten 500 sowie 1000 Rupien ab Mitternacht für wertlos!

alte Geldnoten

Nur noch Papier: Die großen indischen Geldnoten wurden über Nacht wertlos.

Es ist lange bekannt, dass Schwarzmarkthändler und Kriminelle an der Steuer vorbei Bargeld in Millionen- und Milliardenhöhe horten und damit ihre illegalen Geschäfte betreiben. Aber natürlich war die Nachricht auch ein Schock für viele redliche Bürger. So gut wie jeder hat etwas Bargeld für Notfälle zur Seite gelegt. Im ersten Moment waren wir alle völlig ungläubig: Das kann Modi doch nicht ernst meinen? Aber er meinte es so – ein Schritt von historischem Ausmaß. Weiterlesen

Milan – wie ich mein Land verändern möchte

In der letzten Woche erzählte Milan von seiner Kindheit im SOS-Kinderdorf Katerina aus MazedonienSarajevo (Wie ich wurde, wer ich bin) und wie es dazu kam, dass er die Jugendorganisation Nautilus gründete. Hier erzählt er, was er mit Nautilus bewegen möchte…

Schnell fand ich Mitstreiter, mit denen ich gemeinsam einen Aktionsplan entwarf. Als Bosnier kamen wir aus einem Land mit einer aufgewühlten Vergangenheit und so wollten wir als erstes herausfinden, wer wir eigentlich waren.

Milan

Milan hat ambitionierte Ziele. Mit Nautilus möchte er den Jugendlichen eine Stimme geben.

Wir  begannen damit, uns für die aktive Teilhabe an den demokratischen Prozessen und Werten einzusetzen: Gleichheit, Gedankenfreiheit, freier Fluss an Informationen. Wir machten Werbung für demokratische Entwicklung, Zusammenarbeit und Innovation. All dies, um ein großes Ziel zu verfolgen: unsere Gesellschaft mitzutragen und weiterzuentwickeln.

Bis jetzt haben wir fünf Projekte umgesetzt:

Freunde ohne Grenzen – Bosnien & Herzegowina und Serbien: Wir haben gemeinsame Aktivitäten zwischen Jugendlichen der verschiedenen Ethnien ins Leben gerufen und möchten zur Versöhnung beitragen. Es geht darum, die historischen und kulturellen Gemeinsamkeiten zu entdecken und trotzdem die Unterschiede zu respektieren.

Lerne, denke, handle: Wir möchten junge Menschen dabei unterstützen, aktiv zu werden, soziale Verantwortung zu übernehmen, Vorurteile zu überwinden, sich gegenseitig zu stärken, ihr eigenes Selbstbewusstsein auszubauen. Weiterlesen

Milan – wie ich wurde, wer ich bin

Als ich Milan fragte, ob ich einen Text über ihn schreiben dürfe,Katerina aus Mazedonien wunderte mich die Antwort nicht: Gerne, aber noch lieber wolle er selbst von sich erzählen. Das ist so typisch für ihn – ich willigte mit Freude ein. Milan hat einfach viel zu sagen. Hier seine Geschichte:

„Ich heiße Milan Todorovic, bin 21 Jahre alt, studiere Wirtschaft und bin Gründer und Präsident von Nautilus, einer Bosnischen Jugendorganisation. Nautilus unterstützt junge Menschen. Wir möchten ihnen dabei helfen, ihre Fähigkeiten, Kompetenzen und ihre Rechte auszubauen. Das gilt vor allem auch für diejenigen, die in Pflegefamilien oder Heimen aufgewachsen sind. Wir möchten sie ermutigen: Engagement lohnt sich!

Milan

Im SOS-Kinderdorf hat Milan gelernt, sich einzusetzen: für seine eigenen Interessen und die der Gemeinschaft.

Ich betrachte mich selbst als ambitionierten und begabten Menschen. Ich weiß, dass es an mir liegt, mein Leben zu gestalten. Gleichzeitig gibt es mir unglaublich viel Kraft, eine starke Gemeinschaft hinter mir zu wissen. Beides habe ich im SOS-Kinderdorf Sarajewo erlebt. Es sind die Grundpfeiler meines Lebens.

Als ich drei Jahre alt war, haben meine Eltern mich und meine kleine Schwester verlassen. Wir kamen zu unserer Großmutter, die aber zu alt und schwach war, um sich um uns zu kümmern. Schweren Herzens gab sie uns in ein Waisenhaus. Danach kam meine Schwester in ein Heim für Kinder mit Behinderung und ich kam ins SOS-Kinderdorf Sarajevo. Weiterlesen

Ich bin die Fahrerin meines Lebens

Als aufgeklärte Frau in Namibia erschüttert es mich immer wieder, dass MiniPic_Helenajunge Frauen in unserem Land auch heute noch zu Ehen gezwungen werden, die ihre Eltern für sie arrangieren. Ich weiß, dass dies seit langer Zeit so praktiziert wird, aber das heißt nicht, dass es richtig ist! Wenn wir darüber sprechen, dass alle Menschen gleiche Rechte haben sollen, dann müssen Mädchen das Recht haben, selbst zu entscheiden, ob und wen sie heiraten wollen.

Dass ich mich so vehement für das Thema einsetze und in meiner Arbeit für die SOS-Kinderdörfer immer wieder junge Mädchen ermutige, für sich einzustehen, hat auch damit zu tun, dass ich genau weiß, wie sich so was anfühlt. Ich weiß zu gut, was es bedeutet, wenn andere Menschen meinen, über dich und dein Schicksal entscheiden zu können. Ich weiß genau, was für ein Schock das ist, wenn deine Eltern dir erklären, dass sie jetzt einen Mann gefunden haben, den du heiraten MUSST.

Kinderehe

In unseren Programmen sensibilisieren wir die Mädchen für ihre Rechte. Für viele ist das neu.

Ich selbst war in dieser Situation – und es wurde von mir noch erwartet, dankbar zu sein: Unverschuldet war ich als junges Mädchen mit HIV infiziert worden und nun sollte ich doch glücklich sein, dass ein Ehemann für mich gefunden worden war. Ich habe damals klar gemacht: Menschen mit HIV haben die gleichen Rechte wie alle anderen! Eine erzwungene Ehe kommt für mich nicht in Frage! Weiterlesen

Bildungschancen gerecht verteilen! SOS-Petition

Unser Land ist jung. Nach aktuellen Statistiken sind 2 534 394 Menschen in Autorenbild_Libertad_deutschBolivien zwischen 16 und 28 Jahren alt. In vielen Ländern ist diese Altersgruppe besonders von Arbeitslosigkeit betroffen, so auch bei uns: Während die allgemeine Arbeitslosenquote bei 8,2 Prozent liegt, ist sie in Bezug auf die jungen Menschen fast doppelt so hoch (14,5 Prozent). Generell sind Frauen stärker betroffen als Männer. Und auch diejenigen, die einen Job bekommen, haben es nicht unbedingt leicht. Oft sind diese ersten Anstellungen gering bezahlt und bieten keine Sicherheit.

Gärtner

Im SOS-Ausbildungszentrum Cochabamba erwerben junge Menschen das Know-ow, um zum Beispiel als Gärtner arbeiten zu können…

Erst kürzlich war in der Zeitung wieder zu lesen, mit welchen Themen junge Leute zu tun haben. Viele erzählen, dass zum Beispiel akademisches Wissen kaum von Wert sei. Viel wichtiger sei den Firmenchefs, dass jemand Erfahrung mitbringe, zwei Jahre Minimum – nur, woher nehmen, wenn man gerade aus der Ausbildung kommt?  So sind es oft die persönlichen Beziehungen, die weiterhelfen. Wer keine hat, hat ein Problem!

Javier, ein junger Mann, der Rechnungsprüfung studiert hat, sagt, dass er an der Uni gerade mal die Grundlagen gelernt habe. „Wenn du wirklich eine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben willst, musst du privat Extra-Kurse besuchen.“ Raúl, ein anderer junger Mann, kritisiert, dass kaum noch jemand ein Studium anhand seiner Interessen und Begabungen wähle. Meist spielen die Chancen auf dem Arbeitsmarkt die größte Rolle. Weiterlesen

Über 2 Millionen Bewerber für knapp 400 Jobs – SOS-Petition

Für die meisten Eltern oder Erziehungsberechtigten in Indien ist es das Tsering Dolkar aus IndienWichtigste, dass ihr Kinder gesund aufwachsen und irgendwann gut in ihr eigenes Leben starten. Sie sollen vor allem einen sicheren Job finden. Viele Eltern tun dafür alles: Mittelklasse-Familien geben oft 60 bis 70 Prozent ihres Einkommens für die Bildung ihrer Kinder aus. An allem würden sie sparen, aber niemals daran! Die Anstrengungen und Aufwendungen sehen sie als notwendig an, damit ihre Kinder später überhaupt eine Chance haben.

Sie haben in der Tat keine leichte Aufgabe: Die Jugendarbeitslosigkeit ist hoch. Aktuelle Studien sprechen von 50 Prozent. Und die jahrzehntelange Annahme, dass eine akademische Bildung vor Arbeitslosigkeit bewahrt, ist längst ins Wanken geraten.

Bewerber

Kleiner Ausschnitt aus der riesengroßen Schlange: Über 2 Millionen Kandidaten bewarben sich um einige hundert Jobs.

Welch absurde Ausmaße die Situation inzwischen angenommen hat, zeigt der Bericht aus Uttar Pradesh, der landesweit durch die Medien ging und für Aufregung sorgte: In Uttar Pradesh, dem bevölkerungsreichsten Bundesstaat des Landes, hatte die Regierung 368 unqualifizierte Jobs ausgeschrieben. Die Kandidaten sollten eine Schulausbildung mitbringen und Fahrrad fahren können, mehr nicht. Weiterlesen

Alberta lebt wieder

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Alberta und Kinder

In ihren düstersten Momenten dachte Alberta sogar daran, ihre Kinder wegzugeben, um ihnen ein besseres Leben zu ermöglichen. Glücklicherweise Vergangenheit!

Als Alberta von ihrem Ehemann verlassen wurde, war dies ein Schock für sie: Wie sollte es weitergehen? Ihre drei Kinder waren klein, zwei von ihnen zudem blind. Sie brauchten Albertas Unterstützung rund um die Uhr. Aber wie sollten sie überleben? Wie die Miete zahlen?

Alberta hatte keine Familie, kein Netzwerk in ihrer Umgebung, das sie hätte unterstützen können. Nachdem sie mehrere Monate lang keine Miete zahlen konnte, wurde sie von ihrer Vermieterin aufgefordert, ihr Zimmer zu verlassen, in dem sie mit den drei Kindern lebte.

Düstere Gedanken kamen auf: Vielleicht wäre es besser, ihre Kinder abzugeben in ein Heim. Da würden sie zumindest regelmäßige Mahlzeiten bekommen, sie hätten ein Bett und ein Dach über dem Kopf. Und doch zog sich in ihr alles zusammen, wenn sie daran dachte. Weiterlesen