Die erste Ärztin aus Ondangwa

Kristina und ihre Schwester verloren ihre Eltern so früh, dass sie sich kaumMiniPic_Helena an sie erinnern. Die beiden wuchsen in der Obhut von Familienmitgliedern ihrer Mutter auf. Wie über 40 Prozent der Menschen in der Oshikoto-Region im Norden Namibias gilt die Familie als arm. Schon alle Familienmitglieder zu ernähren, war eine Herausforderung, aber auch noch die Schule, den Schulbus und die Bücher für die beiden Waisenkinder zu bezahlen, unmöglich.

Seit 2009 wurden Kristina und ihre Schwester Lydia von der SOS-Familienstärkung unterstützt. Der Gedanke dahinter: Menschen auf eine Art zu helfen, die sie irgendwann unabhängig von der Hilfe macht und die letztendlich einer ganzen Region zu Gute kommt.

Kristinas Geschichte zeigt, wie gut dies funktionieren kann: Die SOS-Familienstärkung zahlte ihr das Schulgeld, die Uniform, Bücher, kaufte Decken und unterstützte sie mit Lebensmitteln. Kristina war glücklich, zur Schule gehen zu dürfen – und kam mit den besten Noten nach Hause. Ihre 12. Klasse, die sie an der Gabriel Taapopi Secondary School in der Oshana Region absolvierte, schloss sie 2013 mit fantastischen 38 Punkten ab. Sie hätte weiter gehen wollen, aber ihr fehlten die Ausweispapiere. So musste sie ungewollt eine Pause einlegen.

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Ein langer Weg: Aus dem Waisenkind in Namibia wurde die Medizinstudentin auf Kuba.

Aber sie blieb hartnäckig, gab nicht auf – und wurde schließlich für einen Bachelor-Studiengang Krankenpflege akzeptiert. Nur wenige Monate später erhielt sie eine noch bessere Nachricht: Sie hatte in Kuba ein Stipendium für einen Studienplatz in Medizin bekommen. Unser ganzes Familienstärkungs-Team freute sich mit ihr!

Für viele Kinder und Jugendliche in ihrer Heimat Uupopo ist Kristina jetzt schon ein Vorbild. Während sie in Kuba studiert, geht ihre Schwester weiter zur Schule und wird von uns unterstützt. Sie versucht, es Kristina nachzumachen, wenngleich ihr Leben in letzter Zeit nicht unbedingt einfach war und nicht eben geradlinig verlief: Lydia ist schwanger. Dass sie trotzdem weiter zur Schule gehen darf, bedeutet ihr viel.

Wenn Kristina in einigen Jahren zurückkommt, wird sie die erste Ärztin sein, die ihren Weg mit Hilfe der Familienstärkung Ondangwa gegangen ist.

Was mich am meisten freut: Da war dieses Mädchen, das aus dem Nichts kam, das nichts hatte und von Jahr zu Jahr wurde offensichtlicher, wie sehr sie an Selbstbewusstsein gewann und in ihre Kraft kam, weil andere an sie glaubten und sie unterstützten.

Ich bin gespannt auf deinen weiteren Weg, Kristina!

2 Antworten auf Die erste Ärztin aus Ondangwa

  1. Heinz Schneider sagt:

    Ich freue mich, dass Kristina Medizinstudentin ist und dank der Hilfe Kubas bald Ärztin werden kann. Sie wird mit ihrem schönen Beruf in ihrem Leben sehr vielen Menschen helfen können. Kuba verfügt über ein gutes Gesundheitswesen. Heinz Schneider

  2. reiner rupsch sagt:

    eine story die hoffnung macht, weiter so

    ich werde euch witer unterstützen

    viele grüße

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