Ich schäme mich nicht für meinen HIV-Status!

AIDS hat in den letzten Jahrzehnten viele der Menschen getötet, die wir lieben,MiniPic_Helena darunter auch meine Eltern. Und so wie ich wurden viele Kinder schon früh zu Waisen. AIDS/HIV ist zu einem Lebensthema für mich geworden. Es ist mir ein Anliegen, die Menschen aufzuklären, Vorurteile abzubauen und die Betroffenen in meiner Arbeit so gut wie möglich zu unterstützen. Dabei bringe ich meine persönliche Geschichte bewusst mit ein: Ich bin 31 Jahre alt, Mutter, HIV positiv, und mein Leben ist lebenswert! Allein letzteres ist für viele Menschen überraschend.

Dass es mir gut geht, hat vor allem mit den antiretroviralen Medikamenten zu tun, die ich seit meiner Schwangerschaft einnehme. Sie bewirken, dass sich das Virus sehr viel langsamer im Körper ausbreitet. Bei regelmäßiger Einnahme kann man über lange Zeit ein normales Leben führen. Mein größtes Glück ist, dass mein Sohn, heute 12 Jahre alt, kerngesund ist. Was könnte ich mir als Mutter mehr wünschen?

Die Epidemie ist noch lange nicht überwunden, aber die Einführung der antiretroviralen Therapie, kurz: ART, war ein großer Fortschritt. Plötzlich hatten die Menschen wieder ein Leben vor sich, eine Perspektive. Wenn ich mir vorstelle, wie unser Land ohne ART aussähe, dann sehe ich leergefegte Landstriche vor mir.

Baby

Auch HIV positive Menschen haben das Recht, eine Familie zu gründen.

Doch auch heute noch werden den Betroffenen immer wieder ihre Rechte abgesprochen und es wird dramatisch in ihr Leben eingegriffen: Es gibt Fälle, in denen junge Frauen, die eine Familie gründen möchten, zwangssterilisiert werden! Dabei ist es auch für HIV positive Menschen möglich, gesunde Kinder zu bekommen. Anstelle von Diskriminierung und Unterdrückung gehört hier eine gute Aufklärung hin und Solidarität mit den Menschen. Es gibt auch keinen Grund, Betroffene auszuschließen von Bereichen wie Bildung, Gesundheitsfürsorge und Arbeitswelt.

Ich bin Optimistin und Träumerin, ich habe in meinem Leben schon viel möglich gemacht, habe Projektmanagement studiert und arbeite für die SOS-Kinderdörfer nun mit den Gemeinden, eine unglaublich sinnstiftende Aufgabe. Außerdem habe ich begonnen, Psychologie zu studieren. Ich liebe, was ich tue, und schäme mich nicht für meinen HIV-Status. Wo ich kann, unterstütze ich junge Menschen. In vielen unserer Programme versuchen wir, Kindern und Jugendlichen möglichst praktische Fähigkeiten und Wissen mitzugeben, sie über ihre Rechte aufzuklären und ihnen Mut zu machen, wenn sie durch harte Zeit gehen, auch in Bezug auf AIDS. Das Leben ist ein Geschenk, lasst es uns genießen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.