Überraschungsgast in der Sommerhitze

Es ist einer der heißesten Monate des Jahres: Die Temperatur ist auf über 40 Tsering_MiniPic2Grad gestiegen, jeder spricht über das Wetter; ich schaue nach draußen und sehe betrübt, dass manche der Pflanzen ziemlich mitgenommen aussehen. Auch die Tiere leiden, viele Menschen stellen Wasser für die freilaufenden Hunde oder die Vögel bereit.

Pfau in Indien

Jeden Morgen füttert mein Mann die Vögel auf unserer Terrasse. Der Pfau ist heute zum ersten Mal da.

Dann bekomme ich eine Email meiner Kollegin Simone aus Deutschland, die mich um meinen nächsten Text bittet. Sie schreibt, dass auch in Deutschland der Sommer kommt mit vielen Blumen, viel Grün. Sofort fällt mir die Holland-Reise ein, die ich einmal mit meinem Mann unternommen habe; die Gewächshäuser, unzähligen Blumenarten, unser Besuch auf dem Keukenhof. Eine schöne Reise war das und jetzt eine schöne Erinnerung – und mir kommt der Gedanke, dass dies doch ein Thema ist: die Natur und die beeindruckenden Momente, die sie uns beschert – bei mir sind das oft ganz alltägliche Ereignisse…

Zum Beispiel sitzen jeden Morgen zahlreiche Vögel in den Bäumen rund um unsere Veranda: Tauben, Papageien, Spatzen, Krähen, Bülbüls. Sie warten auf meinen Mann, von dem sie wissen, dass er ihnen Futter gibt, gleich nach dem Aufstehen, noch bevor er seine Atemübungen macht.

Mein Mann und ich können ewig zuschauen, wie die Vögel auf die Terrasse fliegen und vorsichtig näher hüpfen. Wenn sie ganz nah bei uns sind, tun wir so, als würden wir sie nicht sehen, damit sie sich nicht erschrecken.

An diesem Morgen haben wir einen Spezialgast: Ein Pfau ist gekommen! Würdevoll stolziert er zur Futterstelle, isst ein bisschen, trinkt aus der Wasserschale, nimmt noch etwas Futter, dann läuft er weg. Als wir am Abend noch einmal frisches Wasser rausstellen, ist er wieder da, trinkt erneut, bevor er in die Nacht verschwindet. Ob er morgen wiederkommen wird?

Ein anderes Erlebnis: Es war in den 80ern, ebenfalls Juni. Ich fuhr zur Mittagszeit mit einem Bus übers Land, auch damals war es unglaublich heiß, um die 45, 46 Grad, so dass ich das Gefühl hatte, jeden Moment zu kollabieren. Ich hielt es kaum noch aus. Dann schaute ich aus dem Fenster und sah die Büsche am Straßenrand. Ihre Blätter bewegten sich in Wellen in dem heißen Wind, ganz elegant. Ich dachte mir: Wenn diese filigranen Pflanzen in der direkten Sonne überleben können und sie sogar noch zu genießen scheinen, werde ich das doch auch können! Ich war mir so sicher, dass ich gleich entspannte, die Zeit kam mir jetzt kurz vor und ohne Probleme erreichte ich mein Ziel.

So ist das mit der Natur: Sie lässt mich entspannen, stimmt mich fröhlich, ich fühl mich gesunder.

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