Keinen Tag warten

Alexander

Acht Monate nach Alexanders Geburt war sein Leid vorbei – das war Autorenbild_Libertad_deutschder Tag, an dem er starb. Untersuchungen ergaben, dass der kleine Junge ausgesetzt worden war.

eldiario (1)Seine Eltern waren beide Alkoholiker, lebten in Armut und Verwahrlosung, waren unfähig, ihrem kleinen Baby Liebe zu geben. Alexander war deshalb in ein staatliches Kinderheim gekommen.

Was danach genau passiert ist, konnte bis heute nicht festgestellt werden. Nach dem Tod des kleinen Jungen vor drei Jahren berichteten sämtliche Medien über Alexanders Schicksal. Menschen in ganz Bolivien waren entsetzt, nahmen Anteil. Es scheint, als hätte Alexander erst sterben müssen, um sichtbar zu werden.

Abigail

Nach mehreren Tagen im Koma starb Abigail an ihren inneren Verletzungen, die ihr Vater und ihre Stiefmutter ihr zugefügt hatten. Sie wurde nur sieben Jahre alt.

Abigail und ihre Zwillingsschwester Flor hatten bis dahin nur Ablehnung erfahren. Ihre Mutter hatten sie seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen, sie war ins Ausland gegangen. Ihr Vater war gewalttätig und wollte die Kinder nur loswerden.

Flor sagte später aus, dass die Stiefmutter erst sie geschlagen und dann ihre ganze Wut an Abigail ausgelassen habe.

Empörung alleine reicht nicht

Nach Informationen der Regierung sind in Bolivien im letzten Jahr 34 Kinder von den eigenen Eltern getötet worden. Jeden Tag leiden Tausende von Kindern unter Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung. Kindern werden ihre Rechte genommen, sie werden all ihrer Entwicklungschancen beraubt, ihre Stimmen verstummen.

Es reicht nicht, wenn wir empört sind. Wir müssen rechtzeitig handeln: Hingucken, einschreiten, Kindern in Not helfen, mit Familien arbeiten, den Kreislauf der Gewalt durchbrechen.

Dafür setze ich mich ein. Wir dürfen keinen Tag warten.

 

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