Tiere können Kriege nicht beenden – Menschen hätten die Macht dazu

Kätzchen

Browny war von allen Katzen die schlauste. Ich hoffe, er hat einen guten Platz gefunden.

Seit Jahren leben in unseren Büro Katzen.Tsering_MiniPic2 In der Obhut unserer Sekretärin wuchs jetzt die vierte Generation heran: der schwarze Kaalu, der graue Kittu und Browny. Die vierte Katze verschwand noch bevor wir ihr einen Namen geben konnten.

Die Katzen waren unser Stress-Ventil. Wenn einem von uns die Arbeit über den Kopf wuchs, verbrachte er ein bisschen Zeit mit ihnen. Danach ging es wieder besser.

Weltweit toben jeden Tag und jeden Moment zahlreiche Konflikte und Kriege. Menschen kämpfen bis zum Tod um ein Stück Land, eine Grenze, für ihre Ideale oder ihr Recht menschlich behandelt zu werden. Wie furchtbar muss es sein, in diese Kämpfe verwickelt zu sein  – freiwillig oder unfreiwillig.

Natürlich ist das nicht das gleiche, aber auch unsere Kätzchen wurden Opfer von Revierkämpfen. Alle drei wurden mehrmals von einer wilden Katzen angegriffen.Ich konnte nicht anders, als dabei an all die furchtbaren menschlichen  Auseinandersetzungen zu denken.

Kätzchen

Kaluu sollte ein neues Zuhause bekommen – dazu kam es nicht mehr.

Kittu war die erste der Katzen, die durch einen Angriff starb. Wir waren alle traurig, besonders die Sekretärin. Auch die beiden verbliebenen Katzen schienen zu trauern.

Wir versuchten jemanden zu finden, der sie aufnehmen könnte – ohne Erfolg. Ich hätte sie gerne zu uns genommen, aber das ging nicht, weil jeden Morgen und Abend wilde Pfauen auf unsere Terrasse kommen. Die Katzen hätten sie vertrieben.

Eines Morgens war Browny plötzlich weg. Er war immer der Schlauste und Cleverste gewesen, sodass wir hoffen, dass er einen guten Platz gefunden hat. Über eine Anfrage auf Facebook fanden wir schließlich einen Tierliebhaber, der bereit war, Kaalu den letzten Verbliebenen, aufzunehmen. Nach Feierabend verabschiedeten wir uns von der kleinen schwarzen Katze und meine Kollegin wollte sie mit ins Auto nehmen.

Katze

Abschied von Kaluu – wir wollten, dass es ihm gut geht.

Aber Kaluu sprang auf und versteckte sich unter dem Auto. Wir schafften es nicht ihn einzufangen, sodass meine Kollegin am nächsten Tag einen verschließbaren Korb mitbringen und es nochmal versuchen wollte.

Am nächsten Morgen fanden wir Kaluu tot auf der Straße liegen, in seinem Nacken eine große Wunde. Meine Kollegin weinte still.

Wenn ich seitdem von einem der nicht enden wollenden Konflikte lese, zum Beispiel von den immer wieder aufflammenden Auseinandersetzungen zwischen Indien und China um die Grenze Bhutans, kommen mir oft die schrecklichen Verletzungen der kleinen Katze in den Sinn.

Aber anders als bei den Katzen läge es in der Macht von uns Menschen, die Kriege zu beenden und den Frieden herbeizubringen – wenn wir sie nur nutzen würden.

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