Auf der Suche nach meinem Weg – Erfahrungen in Berlin-Moabit

Du kannst viele Orte dein Zuhause nennen und doch ist da dieser eine Flutura_MiniPic_dtOrt, an dem du dich wirklich vollständig fühlst. Für mich ist dies das SOS-Kinderdorf Tirana in Albanien, in dem ich aufgewachsen bin. Das kleine Dorf war immer mein perfektes Zuhause.

Als ich jetzt für einen Monat nach Berlin ging, war ich neugierig, was SOS dort für die Menschen bedeutet. Mein Aufenthalt war bestens von SOS-Kinderdorf Deutschland organisiert, so dass meine drei Wünsche erfüllt wurden:

Kindergruppe

Die Mutter-Baby-Gruppe ist eines der vielen Angebote des SOS-Kinderdorfs in Berlin-Moabit. So lebendig und vielfältig wie die ganze Stadt habe ich auch die SOS-Programme erlebt.

Erstens wollte ich die Strukturen und Programme der SOS-Kinderdörfer in Berlin kennenlernen. Es interessant mich brennend zu erfahren wie SOS in den unterschiedlichen Ländern und Kulturen arbeitet.

In Berlin erlebte ich ein SOS-Kinderdorf mitten in einer pulsierenden Metropole – der toleranten Multikulti-Hauptstadt, glamourös mit ihren Geschäften, Straßen, Gebäuden und Touristenattraktionen, eine Stadt mit freiem Geist, Kunst, Geschichte, Sprachen, Kulturen. All dies spiegelte sich in den Programmen des SOS-Kinderdorfs in Moabit wieder. Beide, die Stadt sowie SOS, machten es mir leicht einzutauchen.

Menschen, die ihr Geschichten teilen

Ich habe an verschiedenen SOS-Angeboten teilgenommen, zum Beispiel der Mutter-Baby-Gruppe, der Seniorengruppe, den Straßenspielen. Alles war so anders als in unserem kleinen Kinderdorf auf dem Land – und so aufregend. Mir kam die Bedeutung des Namen “SOS“ wieder in den Sinn, der ja für Societas Socialis steht: soziale Gemeinschaft. Der Begriff wurde hier spürbar mit Leben gefüllt.

Zweitens wollte ich als Studentin der Germanistik an der Fakultät für Fremdsprachen in Tirana möglichst viel Deutsch sprechen. Es war toll, wie mich die Mitarbeiter immer wieder ermutigten, wie sie mir bei der Aussprache halfen. Ich liebte es, ihrem flüssigen Deutsch zuzuhören – und dem langsamen, wenn sie merkten, dass ich nicht mitkomme. Nach einiger Zeit begann mein eigenes Deutsch zu fließen.

Mein dritter Wunsch war es, die „Straßenspiele“ kennenzulernen, ein offenes Angebot, dass sich an die Kinder der Umgebung richtet. Gemeinsam mit anderen Praktikanten durfte ich die Spiele aussuchen.Die Kinder probierte alles aus, was ihnen Spaß machte: freies Spiel, alleine oder in der Gruppe, tanzen, singen, Geschichten erzählen, Traditionen austauschen. Ihre Kreativität und ihre Freude waren spürbar. Ich genoss es dabei zu sein, meine Energie zu der ihren zu geben.

Spontan fühlte ich mich zu den Menschen hingezogen, die ihre Geschichten teilten und uns an ihren Schwächen, Herausforderungen und Erfolgen teilhaben ließen. Ich hatte viele solcher Erlebnisse, sie bedeuten mir viel.

Im Rückblick würde ich sagen, dass die Zuneigung, die wir alle füreinander empfanden, die Freude und die Liebe das Leitmotiv meiner Zeit in Berlin waren. Ich fühlte mich zu Hause.

Ein einziger Wunsch blieb offen: Ich hatte gehofft, mehr Klarheit über meinen weiteren Weg zu finden, ob ich lieber Richtung Sozialarbeit, Kommunikation oder Fremdsprachen gehen soll. Ich bin nicht wirklich weiter gekommen. Trotzdem: Ich werde meinen Weg finden – ganz nach einem meiner Lieblingszitate: „Von mir aus könnte ich auch einen weiteren schweren Koffer zu allen Flughäfen des Universums tragen. Aber zurzeit bin ich beschäftigt, meinen Weg zu finden…“

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