Tag der Bildung: was Ehemalige des Kinderdorfs Tirana heute machen

Wir haben miteinander gespielt, gelacht, gestritten, Geheimnisse Flutura_MiniPic_dtausgetauscht – und plötzlich waren wir erwachsen. Meine Freunde aus dem SOS-Kinderdorf Tirana begleiten mich auch heute noch, einige studieren, so wie ich, oder haben die Uni bereits hinter sich. Zum Tag der Bildung am 08.Dezember möchte ich Euch einige von ihnen vorstellen.

Ein starker Wille – Alfred Muharremi, 26 Jahre alt

Alfred Muharremi ist Kreditberater

Alfred träumt davon, für SOS zu arbeiten

Alfred ist für mich das beste Beispiel für den Erfolg der SOS-Kinderdorf-Arbeit in Albanien. Er war noch ein kleines Kind, als er ins Kinderdorf Tirana kam. Was ihn auszeichnet, ist ein starker Wille und eine Hartnäckigkeit, seine Träume umzusetzen – und damit ist er schon weit gekommen: Sein Studium der Bankbetriebslehre hat er mit besten Noten abgeschlossen und er arbeitet jetzt als Kreditberater bei der „Kredins Bank“, ist seit diesem Jahr glücklich verheiratet und leitet ehrenamtlich das Programm einer Hilfsorganisation. Ähnlich wie SOS unterstützt sie notleidende Kinder. Alfreds Vision für die Zukunft: „Ich möchte für die SOS-Kinderdörfer arbeiten. Da bin ich aufgewachsen und immer geliebt worden.“

 

Energie und Optimismus – Erida Bajrami, 21 Jahre alt

Erida Bajrami

Erida wird Psychotherapeutin

Erida und ich waren schon als Kinder befreundet, wir sind zusammen in die Schule gegangen. Aktuell macht sie ihren Master in Psychotherapie an der Europäischen Universität in Tirana und hat sich bereits für eine Stelle am Flughafen beworben.

Manchmal träumt Erida davon, zusammen mit ihrem Freund ins Ausland zu gehen, genug Energie und Optimismus hätte sie. „Aber das wichtigste für mich ist, eine Familie zu gründen und mitzuerleben, dass mein kleiner Bruder sein Leben erfolgreich gestaltet“, sagt Erida. Später würde sie gerne ihre eigene Psychotherapie-Praxis eröffnen.

 

Alles, was mein Sohn fürs Leben braucht – Arlinda Cela, 21 Jahre alt

Arlinda hat ihren ersten Sohn bekommen

Arlinda ist schon Mutter

Arlinda ist bereits seit 4 Jahren verheiratet, im September hat sie ihren Sohn Enuar bekommen. Aktuell ist sie deshalb im Mutterschutz. Arlinda hat Chemie studiert und anschließend in der Kundenbetreuung  eines Großmarktes gearbeitet. Sie wünscht sich, bald einen besseren Job zu finden, in dem sie genug verdient, um ihren Beitrag zur Ernährung ihrer Familien leisten zu können.

Arlinda selbst war zwei Jahre alt, als sie ins Kinderdorf kam. Für ihren eigenen Sohn wünscht sie sich, „dass er alle wichtigen Dinge bekommt, die er fürs Leben braucht“.

 

Es wird immer besser – Danjela Zefi, 21 Jahre alt

Danjela schaut optimistisch in die Zukunft

Danjela ist optimistisch

Danjela und ich sind eng miteinander aufgewachsen und ich genieße es, dass wir immer noch so gut befreundet sind. Danjela hat ein Stipendium für die Uni bekommen und studiert inzwischen im dritten Jahr Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Danjela träumt davon, später mit ihren jüngeren SOS-Geschwistern zusammen in einem großen Haus zu wohnen.

„Eigentlich ist mein Leben immer besser geworden, warum soll das nicht so weitergehen?“  Was sie später beruflich machen möchte, weiß sie noch nicht genau. „Auf jeden Fall möchte ich in der Medienbranche arbeiten!“

 

Geschwister für immer – Blerta Sheshi und Xhimi Gega, 24 Jahre alt

Blerta zieht bald mit ihrem Freund zusammen

Blerta zieht bald mit ihrem Freund zusammen

Xhimi studiert

Xhimi möchte später sein eigener Chef sein.

Xhimi und Blerta waren die beiden ersten Babys, die 1996 als Zweijährige im SOS-Kinderdorf Tirana aufgenommen wurden. Obwohl sie aus unterschiedlichen Familien stammen, hatten sie vom ersten Tag an ein enges geschwisterliches Verhältnis. Xhimi hat in diesem Jahr die Wirtschaftsschule abgeschlossen und jobbt derzeit als Kellner in einer Bar. „Später möchte ich ein Unternehmen gründen und mein eigener Chef sein“, sagt er.

Blerta hat gerade ihr Ingenieurstudium in Aquakultur abgeschlossen – mit besten Ergebnissen. Sie betont: „Ich hab all meine Begeisterung und viel Arbeit ins Studium gesteckt und freue mich sehr, dass es sich gelohnt hat. Ich freue mich, jetzt weiterzumachen, entweder an der Uni oder in der Arbeitswelt.“ Blerta ist schon lange mit ihrem Freund zusammen, bald möchten sie sich eine gemeinsame Wohnung suchen.

Was ist der Tag der Bildung?

Jeder Mensch soll die Chance erhalten, das Beste aus seinen Begabungen und seinem Leben zu machen! Deshalb feiert ganz Deutschland jedes Jahr am 8.12. den Tag der Bildung – eine gemeinsame Initiative von SOS-Kinderdörfer weltweit, Stifterverband und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Hier erfahrt ihr mehr: https://www.sos-kinderdoerfer.de/aktuelles/aktionen/kalender/tagderbildung

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