Eine Tür geöffnet

Wer Saara Kalumbu begegnet, trifft auf eine engagierte Studentin, die MiniPic_HelenaPläne für die Zukunft hat. Sie ist kurz davor, ihren Bachelor in Englisch an der „Namibia University of Science and Technology“ in Windhoek abzulegen. Aktuell absolviert sie ein Praktikum an einer weiterführenden Schule. Saara würde gerne Redakteurin oder Lektorin werden.

Saara Kalombo ist kurz davor, ihr nglisch-Studium zu beenden.

Saara Kalumbu nutzt ihre Chance.

Als ich sie kennenlernte, wäre für sie nichts davon auch nur ansatzweise vorstellbar gewesen. Als eines von zehn Kindern wuchs sie in dem Dorf Oshalongo bei ihrer alleinerziehenden Mutter auf. Ihre Mutter war krank und hatte keine Arbeit, die Familie war kurz davor auseinanderzubrechen.

Führende Kräfte von morgen

„Keiner von uns hatte mehr Träume. Wir hatten das Leben fast schon aufgegeben“, sagt Saara heute. Wenn sie von „Wir“ spricht, dann meint sie nicht nur sich und ihre Geschwister, sondern auch all die anderen jungen Menschen, die denkbar schlechte Startbedingungen hatten und von der SOS-Familienstärkung unterstützt wurden. Saara hat das in einem bewegenden Brief an die SOS-Kinderdörfer formuliert. Sie schreibt: „Im Namen von Tausenden von Kindern, die kein Zuhause hatten oder deren Familien verzweifelt waren, möchte ich mich von Herzen bedanken. SOS hat uns das Gefühl gegeben, nicht alleine zu sein, sich um unsere Ausbildung gekümmert und damit unser Leben so radikal verändert, dass manche Straßenkinder Namibias zu den führenden Kräften von morgen werden – da bin ich sicher.“

Saaras Familie braucht uns nicht mehr

Als Saara und ihre Familie damals in unser Programm aufgenommen wurden, versorgten wir sie zunächst mit dem Nötigsten, unterstützten sie mit Lebensmitteln, aber das ist ja immer nur eine vorübergehende Lösung. Wir wollen eine Familie ja nicht in eine erneute Abhängigkeit bringen, sondern gemeinsam mit ihr Wege dafür finden, wie sie ein eigenständiges Leben bestreiten kann.

Saaras Mutter nahm an verschiedenen Trainings teil, für Saara und ihre Geschwister finanzierten wir die Schuluniform und übernahmen die Schulgebühren. So gelang es der Familie, Schritt für Schritt Fuß zu fassen. Saaras Mutter verkauft inzwischen regelmäßig verschiedene Kleinigkeiten auf dem Markt, damit kommt die Familie über die Runden. Uns braucht sie nicht mehr.

Saara sagt: „SOS hat mir eine Tür geöffnet!“ Ich würde ergänzen: Sie selbst war es, die hindurch gegangen ist und ihre Chance genutzt hat.

 

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