Zum Heiraten nach Hause

Hochzeit im Kinderdorf

Alfred und seine Braut Erjona, umringt von Jungen und Mädchen aus dem SOS-Kinderdorf Tirana

Ich möchte euch von einem jungen Mann erzählen, der im Flutura_MiniPic_dtKinderdorf Tirana aufgewachsen ist und uns alle überrascht hat. Alfred Muharemi und seine Braut haben richtig romantisch geheiratet – und nicht nur das: Sie haben einen ganz speziellen Ort und sogar einen speziellen Tag dafür gewählt.

Alfred erzählt es so:

Als ehemaliges Kind aus dem SOS-Kinderdorf Tirana wollte ich meine Hochzeit unbedingt an dem Ort feiern, an dem ich aufgewachsen bin. Weiterlesen

Familie statt Waisenhaus – inspiriert von SOS ändert sich die russische Politik

Vor einiger Zeit erzählte mein Kollege Victor, dass die Zahl der Kinder, die in der Anton_MiniPicMurmansk-Region in staatlichen Heimen leben, in den letzten Jahren um die Hälfte gesunken ist. Wow! Ich habe mich gefreut, das zu hören, zumal SOS nicht unbeteiligt daran ist.

Sieben von zwölf staatlichen Heimen geschlossen

Russlands Wohlfahrtssystem hat sich in den letzten Jahren gravierend geändert – und eine Menge Gutes hervorgebracht. 2013 wurde der Umgang mit Waisenkindern durch den Staat völlig neu geregelt. Die neue Richtlinie legte unter anderem fest, dass die Betreuung in der Familie derjenigen in Institutionen vorzuziehen ist. Vereinfacht ausgedrückt wurden Jungen und Mädchen, die nicht bei ihren Eltern leben können, seit diesem Zeitpunkt wenn möglich in Familien untergebracht anstatt in Heimen.

Zahlreiche Menschen haben seitdem Kinder aufgenommen. Ich selbst habe einige Freunde und Kollegen, die Pflegeeltern geworden sind. Mehr und mehr Waisenhäuser wurden in der Folge geschlossen, weil sie nicht mehr gebraucht wurden. Ich möchte euch nicht mit Zahlen langweilen, aber vielleicht ein Beispiel: Allein in der Murmansk-Region wurden sieben von zwölf staatlichen Heimen geschlossen. Weiterlesen

Keinen Tag warten

Alexander

Acht Monate nach Alexanders Geburt war sein Leid vorbei – das war Autorenbild_Libertad_deutschder Tag, an dem er starb. Untersuchungen ergaben, dass der kleine Junge ausgesetzt worden war.

eldiario (1)Seine Eltern waren beide Alkoholiker, lebten in Armut und Verwahrlosung, waren unfähig, ihrem kleinen Baby Liebe zu geben. Alexander war deshalb in ein staatliches Kinderheim gekommen.

Was danach genau passiert ist, konnte bis heute nicht festgestellt werden. Nach dem Tod des kleinen Jungen vor drei Jahren berichteten sämtliche Medien über Alexanders Schicksal. Menschen in ganz Bolivien waren entsetzt, nahmen Anteil. Es scheint, als hätte Alexander erst sterben müssen, um sichtbar zu werden. Weiterlesen

Alle meine Vorbilder

SOS – das ist für mich ein großer Roman mit vielen Kapiteln, CharakterenFlutura_MiniPic_dt und Geschichten. Oder: SOS ist ein Wolkenkratzer. Als Kind gehst Du die Stufen hoch, von Etage zu Etage, bis du endlich auf dem Dach ankommst. Dort oben stehe ich – und bin dankbar für all die Erfahrungen, die ich gemacht habe, für alles, was ich erlebt habe.

Und auch, wenn ihr alle wisst, was die SOS-Kinderdörfer sind, ist euch vielleicht nicht bewusst, was für wunderbare Menschen hier arbeiten, die alles geben, um uns Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen zu Persönlichkeiten zu werden. Tag für Tag, Jahr für Jahr halten sie diesen besonderen Geist aufrecht.

Jugendliche

Meine Vorbilder, meine Freunde und ich – ein Team!

Wenn ich mich heute selbst betrachte, bin ich vor allem stolz auf diese Mitarbeiter, die so viel dazu beigetragen haben, dass ich werden durfte, wer ich bin. Am liebsten würde ich sie hier alle aufzählen, aber ich beschränke mich auf die, die mir besonders am Herzen liegen – die Leiter des Jugendhauses Nr.1 in Tirana, Albanien.

Da ist Nik: Danke, Nik, dass du mein Held warst. Ich hab dich immer meinen zweiten Vater genannt, aber in Zukunft werde ich das nicht mehr tun, denn eigentlich warst du immer schon mein Vater Nummer eins. Weiterlesen

Nur das Beste für die Kinder

Alle Eltern wollen ihren Kindern nur Gutes und nehmen sich vor, sie mit RespektMiniPic_Helena und einer zugewandten Haltung zu behandeln. Aber im Alltag sah das früher oft ganz anders aus: Da vergaßen viele ihre Vorsätze und glaubten, ihre Kinder schlagen zu müssen, damit diese sie respektieren und ihnen folgen. Genauso war das bei mir. Meine Eltern haben mich immer wieder geschlagen, wenn sie der Meinung waren, dass ich etwas angestellt hatte. Dazu muss ich sagen, dass sie keine gebildeten Leute waren und so etwas wie Erziehungsratgeber nicht kannten.

Die Familienhilfe in Namibia unterstützt die Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder.

Die Familienhilfe in Namibia unterstützt die Eltern bei der Erziehung ihrer Kinder.

Trotzdem: Wenn Eltern ihre Kinder schlagen, ist der Preis für beide Seiten hoch. Ich kenne einige Kinder, die  von Zuhause weggelaufen sind, weil sie es nicht mehr ausgehalten haben. Oft genug ist ihre Zukunft dadurch zerstört worden.

Heute sind die Kinder besser geschützt und Eltern haben die Gelegenheit, an Workshops teilzunehmen, in denen es um die Sicherheit und die Rechte ihrer Kinder geht und in denen sie lernen, wie sie ihre Kinder großziehen, ohne sie zu verletzen. Der Satz, der lange Zeit in unserer Kultur verankert war, „Beating is teaching“, also „Schlagen lehrt ein Kind“, hat ausgedient! Weiterlesen

Überraschungsgast in der Sommerhitze

Es ist einer der heißesten Monate des Jahres: Die Temperatur ist auf über 40 Tsering_MiniPic2Grad gestiegen, jeder spricht über das Wetter; ich schaue nach draußen und sehe betrübt, dass manche der Pflanzen ziemlich mitgenommen aussehen. Auch die Tiere leiden, viele Menschen stellen Wasser für die freilaufenden Hunde oder die Vögel bereit.

Pfau in Indien

Jeden Morgen füttert mein Mann die Vögel auf unserer Terrasse. Der Pfau ist heute zum ersten Mal da.

Dann bekomme ich eine Email meiner Kollegin Simone aus Deutschland, die mich um meinen nächsten Text bittet. Sie schreibt, dass auch in Deutschland der Sommer kommt mit vielen Blumen, viel Grün. Sofort fällt mir die Holland-Reise ein, die ich einmal mit meinem Mann unternommen habe; die Gewächshäuser, unzähligen Blumenarten, unser Besuch auf dem Keukenhof. Eine schöne Reise war das und jetzt eine schöne Erinnerung – und mir kommt der Gedanke, dass dies doch ein Thema ist: die Natur und die beeindruckenden Momente, die sie uns beschert – bei mir sind das oft ganz alltägliche Ereignisse… Weiterlesen

Unterstütze keine Kinderarbeit – investiere in die Zukunft

120 000 Menschen sind an Brasiliens größtem und vollstem Flughafen „São PauloRodrigo_MiniPic International Airport“ in Guarulhos täglich unterwegs. Dieser Sammelplatz der unterschiedlichsten Nationalitäten und Währungen ist längst zum lukrativen Geschäft für Bettler geworden – besonders häufig werden Kinder losgeschickt. Sie fragen die Reisenden nach Geld, verkaufen Süßigkeiten oder putzen Schuhe. Ihren Verdienst müssen sie anschießend zuhause abgeben.

 

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Mein Weg ins Leben

Gastautorin Dounia aus Marokko

Gastautorin Dounia (links), hat mit Hilfe von Khadija Timoule, Leiterin der Familienstärkung in Sidi Moumen, Marokko, ihr Leben in die Hand genommen.

Ich heiße Dounia und bin 24 Jahre alt. Ich gehöre zum Team der Familienstärkung der SOS-Kinderdörfer in Marokko und arbeite für DHL Express.

Als ich 18 war, war ich sehr unglücklich. Ich war furchtbar schüchtern und das Leben war für mich eine einzige Qual: Ich hatte kein Ziel, keine Vision, nichts aus Angst, Traurigkeit, Schwäche. Die 18 Jahre meines Lebens – vergeudete Zeit. Meiner Meinung nach hielt das Leben für uns stets zwei Wege bereit: der eine geht nach oben, der andere steil nach unten. Ihr könnt euch sicher sein, dass ich garantiert den zweiten Weg nahm. Auch meine Mutter, eine mutige, starke Frau, konnte mich da nicht rausholen.

Dann traf ich Khadija Timoule, Leiterin des Familienstärkungsprogramms (FSP) in Sidi Moumen.  Ich war gerade dabei, meinen höheren Schulabschluss zu machen, aber wusste eigentlich gar nicht wofür und war mir nicht sicher, ob ich weiter machen sollte. Weiterlesen

Anton Bakanin und das nördlichste aller Kinderdörfer

Verschneite Bäume

So sieht es bei uns im Winter aus. Foto: Igor Prozorov

Wenn du eine Karte von Russland in die Hand nimmst und dir den NordwestenAnton_MiniPic anschaust, wirst du eine Insel entdecken, die aussieht wie ein Ohr oder ein Schwanz, der an Skandinavien hängt: die Kola-Halbinsel. Wenn du Glück hast, ist ganz im Süden, direkt am Meer, der Ort Kandalakscha markiert. Dort sitze ich gerade an meinem Schreibtisch.

Umringt von verschneiten Bergen und endlosen Pinienwäldern ist Kandalakscha die Heimat von 40 000 Menschen. Meine Eltern sind Anfang der 80er-Jahre aus der Mitte des Landes hierher gezogen. Als ich klein war, war das Leben hier alles, was ich kannte und von daher ganz normal für mich. Inzwischen nehme ich meine Heimat ganz bewusst wahr und schätze sie sehr. Auch, wenn das Leben hier langsamer ist als in den großen Städten, habe ich alles, was ich brauche: Meine Familie, eine zusammengewachsene Gemeinschaft mit liebenswürdigen Menschen, den Charme einer Kleinstadt, nicht zu sprechen von der überwältigenden Natur. Weiterlesen

Meine Familie in Distrikt 12

Familie, das ist für mich nicht nur die Einheit Vater-Mutter-Kind. Familie, dasAutorenbild_Libertad_deutsch sind wir alle: Es ist unser aller Aufgabe, dafür zu sorgen, dass Kinder liebevoll und gewaltfrei aufwachsen können. Ich bin überzeugt davon, dass wir die Herausforderungen dieser Welt nur meistern können, wenn wir Menschen uns als miteinander verbunden und zusammengehörig begreifen.

Dies ist für mich auch die Grundidee der SOS-Familienhilfe: Alle Kinder gehen uns an. Vielleicht habt ihr Lust, mich in La Paz‘ Distrikt 12 zu begleiten und einige der Familien kennenzulernen, die wir unterstützen. Reiseleiter machen definitiv einen Bogen um diese Gegend: 180 000 Menschen leben hier in einfachen Behausungen, die Straßen sind dreckig, die Kriminalität hoch. Über die Hälfte der Einwohner ist jünger als 18 Jahre. Acht von zehn Kindern sind in Gefahr, ihr Zuhause zu verlieren. Ich finde die Zahl erschreckend hoch.

Mutter Bolivien

Ana Maria Salguiro und ihre Kinder kommen über die Runden. Mit einem von SOS finanzierten Handwagen verkauft die alleinerziehende Mutter Unterwäsche.

Da ist beispielsweise Claudine, deren Mann, ein Schreiner, eines Tages nicht mehr von der Arbeit nach Hause kam. Claudine glaubt, dass er ermordet wurde. Sie war alleine mit ihren vier Kindern, fand einen neuen Partner, mit dem alles aber nur noch schlimmer wurde. Er begann sie zu schlagen und es dauerte Jahre, bis es Claudine gelang, ihn zu verlassen. Claudine wurde in unser Programm aufgenommen und gemeinsam mit ihr überlegten unsere Mitarbeiter, wie man die Familie am besten unterstützen könnte. Wir schauen immer nach individuellen Lösungen. Für Claudine war es ein Kühlschrank, der ihr Leben veränderte. Auf den Straßen von La Paz verkauft sie nun eine Limonade, die sie täglich frisch herstellt und kühl halten kann. Sie kommt damit über die Runden, ihre Kinder gehen wieder in die Schule. Weiterlesen